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Unser Tier des Monats:

Im Juli 2011: Berthold die Geierschildkröte

Beeindruckend: 38 kg schwer - über einen Meter lang! Ein Schädel wie ein Dinosaurier, mit messerscharfem Geier-Schnabel! Ein perfekter Lauerjäger in den Sümpfen Amerikas! Doch was wurde er durch die jahrelange falsche Haltung in Menschenhand: Ein träges, muskelschwaches, kaum mehr bewegungsfähiges Tier, unsere Geierschildkröte Berthold!

Die Leidensgeschichte von Berthold begann vor über 53 Jahren, als er als Baby von einem Schildkrötenliebhaber gekauft wurde. Die Haltung war damals in Deutschland noch nicht verboten und das Tier konnte legal erworben werden. Seither wurde er in einer Plastikwanne gehalten, wöchentlich mit Fleisch gefüttert und sein Schicksal nahm einen tragischen Verlauf.

So wurde aus der kleinen Geierschildkröte im Laufe der Jahre ein immer größerer, 38 Kg schwerer Koloss. Auch als sich Berthold endlich nicht mehr in seinem zum engen Gefängnis gewordenen Bottich umdrehen konnte, wurde ihm von seinem Halter kein größeres Gehege zur Verfügung gestellt. Berthold ist mit 53 Jahren aber bestenfalls eine relativ jugendliche Geierschildkröte im besten Alter, die über 150 Jahre alt werden können.

Im Gegensatz dazu konnte der mittlerweile vom Alter gezeichnete Besitzer von Berthold die Pflege nicht mehr bewerkstelligen, die Behörden wurden auf das Tier und seine Lebensumstände aufmerksam und Berthold musste vom Besitzer abgegeben werden. Über den Deutschen Tierschutzbund und die Akademie für Tierschutz, sowie über die Umweltministerien der Länder wurde eine Bleibe für das riesige Tier in ganz Deutschland gesucht und schließlich in der Auffangstation für Reptilien, München gefunden. Mitarbeiter des Tierheims Berlin brachten Berthold in die Auffangstation, wo wir mit Entsetzen feststellen mussten, dass Berthold nur noch atrophierte Muskulatur besaß, nicht richtig schwimmen oder umherlaufen und seinen schweren fußballgroßen Kopf außerhalb des Wassers kaum heben konnte (Muskelschwund).

Nur durch gezielte Physiotherapie, eine "behindertengerechte" Unterbringung und viel Fürsorge für das "schwächelnde Monster" gelang es, ihm langsam wieder Kraft und Bewegungsvermögen zurück zu geben. Mittlerweile kann er sich in 12 qm und 50 cm tiefem Wasser, bei angenehmen 26°C Wassertemperatur und kleinen Barschen als Mitbewohnern tummeln, verstecken und Besucher der Auffangstation erschrecken, wenn er langsam seinen massigen Schädel an die Wasseroberfläche streckt und sie mit seinen kleinen Augen fixiert.

Mittlerweile hat Berthold bereits einen neuen Zeitvertreib gefunden, indem er Einrichtungsgegenstände seines Bassins umher schiebt und so täglich sein Gehege umgestaltet Das Schicksal hat es mit Berthold bisher nicht gut gemeint. Wir hoffen aber für ihn nun nach über 50 Jahren eines wenig angenehmen Lebens eine gute dauerhafte Haltung bieten zu können.

Hierfür benötigen wir aber dringend Sponsoren und Förderer! Helfen Sie Berthold!

Wer Berthold besuchen will kann sich für die Einzelpersonenführung am 25.07.11 anmelden

Ebenso würden wir uns sehr freuen, wenn wir für Berthold einen oder mehrere Paten finden könnten, der/die ihn persönlich unterstützen und zu seinem Lebensunterhalt beitragen will/wollen.

Bericht im Samstagsblatt

Im Mai 2011: Paul das Brillenkaimanbaby

Geierschildkroete
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