August 2010
Wir trauern um Berthold Merkel
Juli 2010
Als erstes muss eine Richtigstellung, des auf der Homepage bekanntgegebenen Aufnahmestopps erfolgen: Er gilt explizit und nur für Privatabgaben von Bartagamen und Grünen Leguanen! Wir haben und werden für Behörden immer zur Verfügung stehen und werden auch zukünftig immer Lösungen finden, beschlagnahmte Tiere aufzunehmen. Dies wird auch durch die sehr gut funktionierende Kommunikation mit anderen Auffangstationen und die engen Kooperationen mit diesen machbar sein. Ebenso sehen wir die Situation bei den meisten privaten Abgabetieren, bei denen wir auch weiterhin zu helfen versuchen werden. Nur, bei der 10. Anfrage innerhalb einer Woche, einen männlichen Grünen Leguan aufzunehmen, müssen selbst wir kapitulieren, weswegen der „Aufnahmestopp“ leider notwendig geworden ist.
Zugänge
2 Kuba Schlankboas
Aus familiären Gründen musste sich ein Schlangenhalter von seinen beiden, schon 1995 in den Bestand gekommenen Kuba Schlankboas trennen. Sie waren seither immer zusammen und wurden sehr gut gepflegt. Die Abgabe war für den erfahrenen Halter von Riesenschlangen nicht einfach. Wir suchen nun für die doch recht agilen und leider recht bissigen ca. 2,5m langen Riesenschlangen eine neue Bleibe.
7 Griechische Landschildkröten vom Hauptzollamt Rosenheim
Ein Fall der schon durch die lokale Presse ging, stellen die geschmuggelten Griechischen Landschildkröten aus Bosnien dar. Ein LKW-Fahrer hatte alle sieben, jeweils einzeln gut verklebt, so dass sie sich nicht bewegen und somit keine verdächtigen Geräusche machen konnten, in einer Styroporbox bis nach Deutschland transportiert, wo er bei einer Routinekontrolle auffiel und die Beamten die Tiere entdeckten. Die 3 männlichen und 4 weiblichen Testudo hermanni herzegovinensis wurden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus der Natur entnommen und illegal eingeführt. Dem LKW-Fahrer, der des gleichen Deliktes schon einmal beschuldigt wurde, erwartet nun eine saftige Geldstrafe. Die Tiere werden bei uns versorgt und verwahrt. Das Bundesamt für Naturschutz in Bonn (BfN) wird die Vergabe der Tiere vornehmen, sobald eine Freigabe erfolgt. Wir bitten um Anfragen bzl. der Tiere an uns abzusehen! http://www.animal-health-online.de/klein/2010/07/14/schmuggel-zoll-befreit-schildkroten-aus-kuhlbox/5774/
3 riesige Nil-Weichschildkröten werden vorübergehend bei uns gepflegt
Die sehr selten zu sehenden und in Europa kaum gepflegten Tiere stammen aus einer privaten Tierhaltung und sollen schnellstmöglich in den Vorderen Orient gebracht werden, wo sie einzeln in großzügigen Teichanlagen gehalten werden sollen. Die sehr großen Tiere leben natürlich in der Türkei, dem Nahen Osten und in Afrika, woher der Trivialname „Afrikanische Dreiklaue“ rührt. Da die Exportmodalitäten sich für die bis 45 kg schweren Tiere etwas schwierig gestalten und sich die Vorbereitungen bis in den Herbst hinziehen werden, sind die Tiere vorübergehend bei uns untergebracht.
Besondere Fundtiere: 2 geangelte Wasserschildkröten
Leider bekamen wir im Monat Juli gleich zwei Schmuckschildkröten, die von Anglern gefangen wurden. Die gierigen Schildkröten versuchen den Köder mitsamt dem Haken zu schlucken und leider gelingt dies nur all zu oft. Mithilfe unseres Endoskopes konnten wir den Haken im Magen der Schildkröten finden. In einem Fall konnte er auch endoskopisch entfernt werden. Die andere Schildkröte bekommt nun Sauerkraut und abführende Medikamente um ein möglichst rasches Ausscheiden auf natürlichem Wege zu ermöglichen, da eine endoskopische Entfernung bei diesem Tier nicht möglich gewesen ist. Die Kosten für die Therapie wird den jeweiligen Fundgemeinden in Rechnung gestellt. Leider müssen wir mit vielen Gemeinden im Vorfeld allerdings immer um die Übernahme der Kosten streiten, obwohl es eine eindeutige juristische Regelung für Fundtiere gibt.
Ausgesetzte Tiere: 3 Bartagamen, 1 Rübenschwanz-Viperngecko, 2 Agakröten
Anders bei ausgesetzten Tieren. Hier „bleiben wir auf den Kosten sitzen“, da das aufgefundene Tier nicht als „Fundtier“ gilt, sondern als „herrenlos“, da sich der Eigentümer seines Eigentums wenn auch tierschutzgesetzeswidrig entledigt hat. Im vergangenen Monat waren dies sechs Tiere, die in Pappkartons oder Kisten aufgefunden wurden und somit eindeutig vom Halter ausgesetzt wurden. Dieser Verstoß gegen das Tierschutzgesetz (§3) wird von uns zur Anzeige gebracht, auch wenn es fast aussichtslos ist, den Eigentümer der Tiere zu ermitteln. Wir nehmen generell, wenn auch mit terminlichen Einschränkungen (abhängig vom verfügbaren Platz) auch von Privathaltern Tiere auf, die aus unterschiedlichsten Gründen abgegeben werden müssen. Warum sich Personen immer noch einfach illegal und in unqualifizierter Weise ihrer Tiere entledigen und somit, den Tod des Reptils einfach billigend in Kauf nehmen, ist schwer zu verstehen und wird wohl leider nicht zu ändern sein.
Vermittlungen:
2 „behinderte“ Wasseragamen
Aufgrund der wohl sehr ungeeigneten Haltung während der Aufzucht und der daraus bedingten „Verkrüppelungen des Skelettsystems“, mussten zwei Asiatische Wasseragamen bei uns in „behindertengerechten“ Terrarien gepflegt werden. Nach langer Suche konnten nun Übernehmer mit sehr viel Erfahrung mit Wasseragamen, mit der nötigen Geduld, den notwendigen Terrarien und auch dem Verständnis zur weiteren Kontrolle und Behandlung gefunden werden. Wir hoffen den beiden noch ein paar schöne Jahre in guter Pflege bescheren zu können und wünschen den neuen Haltern viel Freude mit den kleinen „behinderten“ Tierchen.
2 Ritteranolis
Wir sind – darüber hinaus – sehr glücklich über die Vermittlung von zwei Ritteranolis, die noch aus der großen vorrübergehenden Unterbringung der Tiere vom Flughafen München stammten. Die beiden wurden aufgepäppelt und schlussendlich relativ zügig vermittelt, da sie schnell wieder zu Kräften kamen und ein geeigneter Halter gefunden werden konnte. Leider sind Ritteranolis, so schön und faszinierend sie auch sind, nicht sehr leicht zu vermitteln. Die letzen Ritteranolis, die wir hier hatten, waren mehrere Monate bei uns bis wir sie guten Gewissens vermitteln konnten.
2 Pantherchamäleons
Die letzten beiden Pantherchamäleons, die wir seit Dezember 2009 aufgezogen hatten, wurden im vergangenen Monat in den Thüringer Zoopark Erfurt abgegeben. Dort kann eines der wunderschönen weiblichen Tiere in der Schau bewundert werden, das andere bleibt vorerst hinter den Kulissen, wo es aber ebenfalls sehr gut gehalten und versorgt wird. Somit sind nun nur noch Jemenchamäleons aus der Beschlagnahmung vom Dezember 2009 bei uns, für die wir weiterhin dringend neue Besitzer suchen.
Danke an Sponsoren:
Zum wiederholten Male bedanken wir uns sehr herzlich bei Pflanzen Ries, die uns erneut Pflanzen zur Verfügung stellten, um unsere Terrarien tier- und verhaltensgerechter einrichten zu können. Wir hoffen auf eine weitere gute Kooperation! Vielen herzlichen Dank! www.pflanzen-ries.de Ebenso soll hier wieder einmal Bugs International erwähnt werden, die uns nun schon im 3. Jahr mit Insekten versorgen, die immer in hervorragender Qualität bei uns ankommen und auch zuweilen und bei dringendem Bedarf sehr kurzfristig geliefert werden. Vielen Dank! www.bugs-international.de
Danke an die Paten
An dieser Stelle auch ein großes Dankeschön an unsere Paten, die uns durch ihre persönliche Spende für eines oder mehrere Tiere der Auffangstation unterstützen. So konnten wir zum Beispiel im letzten Monat einige neue Paten für einige unserer Leguane, Bartagamen und für ein Paar Nashornleguane gewinnen. Durch die Patenschaften ist es möglich, kostspielige Operationen zu finanzieren und Dauerpatienten, wie nierengeschädigte Landschildkröten langfristig zu versorgen. Eine Patenschaft, die wir vor allem für unsere Dauergäste vergeben, läuft jeweils über ein Jahr, die Summe ist frei wählbar. Da von den zurzeit hier lebenden ca. 700 Tieren noch viele einen Paten suchen, würden wir uns freuen, wenn sich hier noch der ein oder andere angesprochen fühlt! Nähere Infos wie immer entweder unter info@reptilienauffangstation.de oder unter patenschaften@reptilienauffangstation.de.
Presseaktivitäten
In den letzten Wochen war die Auffangstation für Reptilien, München wieder in einigen Medien präsent. Zum Einen laufen aktuelle Sendungen und Wiederholungen von Menschen, Tiere und Doktoren auf Vox, die sich weiterhin großer Beliebtheit erfreuen, zum Anderen wurde im Spiegel (29/10, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-71892528.html) ein Artikel veröffentlicht, der nun wiederum weitere Presseanfragen nach sich zieht. Damit bleiben wir auch weiterhin in der Presse präsent und der Bekanntheitsgrad der Auffangstation für Reptilien wird weiter steigen. Somit lohnt sich der Aufwand einem Reporter einige Stunden Zeit zu „opfern“ um einen 5 minütigen Bericht abzudrehen sehr wohl, auch wenn es oft an die Grenzen des machbaren geht. Hier finden Sie z.B. einen Bericht, der kürzlich im MDR zu sehen war: http://www.mdr.de/exakt-die-story/7532873.html
Führungen bleiben weiter sehr gut besucht
Die „Einzelpersonenführungen“ bleiben ebenso sehr beliebt. So hatten wir für die letzte Führung mehr Anfragen, als wir annehmen konnten. Es blieb uns also bedauerlicherweise nichts anderes übrig als einigen Interessenten abzusagen, bzw. diese auf die nächste Führung zu „vertrösten“. Die nächste Führung für den 24.08. ist leider auch schon ausgebucht. Somit müssen Interessenten auf die Septemberführung vertröstet werden.
Juni 2010
Mitgliederversammlung
Am Dienstag den 29.06. wurde die jährliche Mitgliederversammlung der Auffangstation für Reptilien, München e. V. abgehalten. Neben der Neuwahl der Kassenprüfer standen vor allem Berichte der Vorstände auf dem Programm. Ebenso wurden die Pläne für die Zukunft und einige Probleme, mit denen wir sowohl in der täglichen Arbeit in der Auffangstation, als auch auf der Vorstandsebene konfrontiert werden, dargelegt. Alle Mitglieder sind jedes Jahr gerne eingeladen, die Versammlung zu besuchen und so Interna zu erfahren, die Auffangstation zu besichtigen und ihre Fragen an den Vorstand und das Team vor Ort zu stellen. Wir bedanken uns bei den anwesenden Mitgliedern und hoffen, dass auch das kommende Jahr so erfolgreich wie das vergangene wird. Ein Protokoll der Versammlung kann per Email gerne angefordert werden.
Neun Nilkrokodile nach Spanien
Neun der 25 in der Auffangstation untergebrachten Nilkrokodile wurden am 29.06. zum Flughafen München transportiert, um mit einem Linienflugzeug der Air Berlin nach Spanien geflogen zu werden. Dr. Baur und Kollege Friz sind in aller Frühe mit nach Spanien geflogen, um die Nilkrokodile auf ihrem Weg in den „Oasys Parque Tematico, Tabernas“ zu begleiten. Dogma TV / Hundkatzemaus TV organisierten und filmten die ganze Aktion. Nur so konnte der Transport über Sponsoren (Air Berlin und Docma TV) ermöglicht und finanziert werden. Zuvor wurden die Transportkisten vom für die Auffangstation zuständigen Veterinäramt in Augenschein genommen und die Tiere, sowie die dazugehörigen Papiere auf ihre Vollständigkeit und Stimmigkeit hin kontrolliert. Die extra angefertigten Transportkisten wurden dann mit je einem Krokodil, welches einen Kopfverband zum Schutz vor Verletzungen bekommen hatte sowie in große Tücher eingepackt wurde, bestückt und möglichst rasch zum Flughafen gebracht. Im „Oasys Parque Tematico, Tabernas“ Wüstenzoo in Südspanien, der als Themenpark europaweit einzigartig ist, werden die 9, noch recht kleinen Nilkrokodile sehr gut untergebracht. In den großzügigen Freianlagen können die Panzerechsen sich die südliche spanische Sonne auf den nicht vorhandenen Pelz brennen lassen. Eine Anlage, in die die Tiere umziehen werden, wenn sie herangewachsen sein werden, ist bereits vorhanden und wird bis dahin noch umgestaltet werden. Wir werden im Lauf der nächsten Woche noch einen Extranewsletter versenden und auf der Homepage die ganze Aktion mit Bildern und Filmen präsentieren.
Besondere Fundschlange
In der Hochsaison der Fundtiere bekommen wir tägliche mehrere Schmuckschildkröten, Kornnattern und sonstige, recht häufig gehaltenen Reptilien. Was uns aber die Feuerwehr aus Regensburg kurz vor Feierabend brachte, stellte sich als auch hier nicht allzu oft anzutreffender Schlange heraus. Die getigerte, gut 1,2 m lange und recht gut genährte Schlange mit auffälligem gelben Kopf und schwarzer Zeichnung über den Augen, stellte sich als „Woma“ heraus. Diesen australischen Python sieht man recht selten in privaten Terrarien. Er ist eng mit dem bekannteren Schwarzkopfpython verwand und ebenso hübsch. Wie vermutet dauerte es nicht lange bis sich der Besitzer meldete, der seine Ausbrecherin schon sehr vermisste. Somit war die wunderschöne, recht ruhige und friedliche Riesenschlange nur zwei Tage bei uns in der Auffangstation. Wir konnten dem Besitzer eine große Freude bereiten und ihm sein Eigentum wieder aushändigen. Ebenso haben wir nach und nach vier große weibliche Griechische Landschildkröten bekommen, von denen wir ebenso gehofft hatten, dass sie eventuell vermisst werden. Leider hat sich für diese noch kein Besitzer gemeldet. Sie werden nun gemäß den Fristen für Fundtiere bei uns verwahrt und danach weiter vermittelt.
Lars die Zweite
Eine weitere erfolgreiche „Fundtiergeschichte“ ereignete sich am zweiten Wochenende im Juni. Über den Tierschutzverein Erding wurde uns eine ca. 20 Kg schwere Spornschildkröte gebracht. Sie war in der Nähe des Münchner Flughafens gefunden worden. Nach kurzer Begutachtung kam sie dem diensthabenden Tierarzt doch sehr bekannt vor, der sogleich alte Bilder durchsuchte und tatsächlich auf einen alten Bekannten stieß. Im Jahr 2008 war, der dann von den Mitarbeitern „Lars“ getaufte Spornschildkröterich schon einmal Gast in der Auffangstation, damals für 6 Tage. Dieses Mal musste er nicht so lange bei uns bleiben, da wir die Besitzerdaten schon kannten und die Rückgabe bereits am übernächsten Tag erfolgen konnte. Wir hoffen, Lars ist nun ausbruchssicher untergebracht, was bei diesen „Kolossen auf vier Beinen“ nicht ganz einfach ist, da die Tiere ungeheure Kraft entwickeln können und einen unbändigen Willen sich über Hindernisse hinwegzubewegen oder wie in diesem Fall darunter hindurch zu graben.
Fund an Glascontainer und Leopardgecko per Päckchen
Zwei Geschichten, die uns wieder einmal sehr wütend gemacht haben. Das Aussetzen von Tieren ist nach Tierschutzgesetz verboten. Es ist dabei auch ganz egal, ob die Tiere in die Wildnis ausgesetzt werden, in den Müll geschmissen, oder als Päckchen zu uns gesandt werden. Die Mitarbeiterin staunte nicht schlecht, als aus einem soeben geöffneten Karton ein kleiner Leopardgecko herausschaute. Der angegebene Absender war natürlich frei erfunden, keine weiteren Hinweise ließen auf den ursprünglichen Besitzer schließen und die zur Rate gezogene Deutsche Post konnte das Päckchen auch nicht zurückverfolgen. Somit bleibt uns nur zu hoffen, dass dies der einzige Gecko des Halters war und er sich keine anderen Tiere anschafft, denn wer so mit einem Lebewesen umgeht, bei dem haben es andere Tiere sicher auch nicht sehr gut. Öfter werden Tiere leider an Mülltonnen und Containern ausgesetzt. So auch zwei Königspythons in Haldenwang. Sie wurden mitsamt dem Glasterrarium an einem Altglascontainer aufgefunden. Leider stellte sich bei einem der beiden Tiere heraus, dass es Paramyxovirus positiv ist. Somit bleibt für die beiden Schlagen nur ein Platz in unserem Quarantäneraum. Für solche positiven Schlangen, ohne klinische Symptomatik, suchen wir ständig Halter, die noch keine weiteren Schlangen pflegen. Die Tiere leben oft noch Jahre ohne Probleme, allerdings sollten sie streng separat von anderen Schlangen gepflegt werden. Interessenten dürfen sich gerne bei uns melden!
Erfolgreiche Vermittlungen
Nur als Beispiel der über 70 Tiere, die wir im Juni vermitteln konnten, seien hier die restlichen artengeschützen Erdchamäleons erwähnt, die über das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) weiter gegeben wurden. Ebenso konnten wir eine Tigerpython abgeben, einen Grünen Leguan, 10 Schmuckschildröten in ein wunderschönes Außengehege im Saarland und drei Chinesische Dreikielschildkröten. Im Moment ist die Raumsituation dahingehend etwas entspannter, da wir die Außenanlagen nun voll bestückt werden konnten. Dennoch können wir große Echsen und Schlangen aktuell nur im Notfall oder für Behörden aufnehmen. Und wie sich die Raumsituation im Herbst darstellen wird, bleibt noch offen.
Neuer Krokodilraum
Um die verbliebenen 16 jungen Nilkrokodile noch einige Zeit, bis wir auch diese vermittelt haben werden, hier tier- und verhaltensgerecht unterbringen zu können, wurde ein Raum im Keller der Kaulbachstraße zu einem großen „Krokodilarium“ umgebaut. Er ist 35-40 qm² groß, hat ein Wasservolumen von 8.000-9.000 Litern und durch die insgesamt 8000 Watt starken Strahlern werden annähernd afrikanische Temperaturen erreicht und die heiße afrikanische Sonne imitiert. Die feierliche Eröffnung ist für die kommenden Wochen geplant. Es werden noch Paten für die Nilkrokodile gesucht. Diese dürfen dann beim Umsetzen helfen und Ihre Patenkrokodile persönlich in das neue Becken setzen. Es werden noch Extranews zu diesem Ereignis veröffentlicht werden. Anfragen nehmen wir aber schon gerne entgegen.
Homepage und Online Spenden
Wir sind dabei die Homepage ins Englische zu übersetzen. Es wird sicher noch ein paar Tage dauern, aber dann können auch Interessenten, die nicht des Deutschen mächtig sind, sich zumindest über die grundlegenden Dinge was die Reptilienauffangstation betrifft informieren. Erreichbar wird die Seite z.B. unter www.reptilerescuecentre.com sein. Schon umgesetzt ist die Möglichkeit über Paypal zu spenden. Hier finden sie den direkten Link, wenn sie sicher und komfortabel an uns spenden wollen. Bitte weitersagen! www.reptilienauffangstation.de/verein_spenden_paypal.html
Der "Aufnahmestop" bezieht sich NUR auf große Grüne Leguane und Riesenschlangen, da für diese Reptilienarten der Platz in der Auffangstation momentan vollkommen ausgeschöpft ist. Aktuell beherbergen wir z.B. 12 grüne Leguane. Fast alle müssen einzeln sitzen und beanspruchen somit extrem viel Raum. Ebenso bei Riesenschlangen, die durch die notwendige Quarantäne jeder einzelnen Schlange, extrem viel Platz beanspruchen. Alle anderen Reptilienarten, seien es nun Anolis, Halsbandleguane oder Schnappschildkröten, werden weiter, nach Rücksprache mit uns, aufgenommen!
Die Auffangstation für Reptilien, München sucht für 30 Jungtiere aus 2009 von einer Gruppe Griechischer Landschildkröten (Testudo hermanni boettgeri) im Auftrag eines Landratsamtes sachkundige und erfahrene Halter, die alle Tiere oder einzelne übernehmen können. Die Tiere befinden sich allesamt nicht in der Auffangstation und werden nur direkt von der Zuständigen Behörde vermittelt. Zusätzlich werden noch Plätze für 30 Jungtiere aus 2009 von dieser Gruppe gesucht. Sie werden von der zuständigen Behörde als Einstellung vermittelt, die etwaigen Nachzuchten können an den neuen Halter übergehen. Wir leiten alle Anfragen an die Behörde weiter, die den Interessenten dann Details zu den Formalitäten und den Tieren übermitteln wird. Bei Abgabe werden die Unkosten für Untersuchung, Virustests, Kotproben usw. in Rechnung gestellt. Anfragen mit Angabe der bisherigen tierhalterischen Erfahrungen bitte direkt an griechen@reptilienauffangstation.de
ASPE-Spezial-Gefahrtiere: Umgang mit der Haltung gefährlicher Tiere wildlebender Arten in menschlicher Obhut
Mai 2010
Abgabe Tiere nach Spanien
Am letzten Maiwochenende wurden insgesamt 50 bei uns untergebrachte Tiere an einen spanischen Tierpark vermittelt. Der eigens für den Tiertransport vorgesehen LKW konnte leider wegen des Streetlife-Festivals, welches die komplette Leopoldstrasse blockierte, nicht bis zur Auffangstation vordringen. Deswegen wurden alle Tiere, sicher verpackt und nach IATA-Richtlinie beschriftet, bis nach Garching gebracht, wo sie umgeladen werden konnten. Die Bartagamen, Wasseragamen, Königsnattern, sechs Tunesische Landschildkröten, zwei Klapperschlangen, zwei Gabunvipern und ein Nilwaran werden im „Tabernas Zoo Oasis“ teilweise in großzügigen Freivolieren gehalten und können die wärmende spanische Sonne genießen. Im kommenden Monat sollen nun noch 9 Krokodile per Flugzeug nach Spanien transportiert werden. Näheres hierzu im nächsten Newsletter.
Vorübergehende Unterbringung von 1283 Tieren aus Miami
Eine Großlieferung von Reptilien, Amphibien, Spinnen und eines Skolopenders sowie von knapp einhundert Landeinsiedlerkrebsen wurde am Flughafen München umgepackt, als die Zöllner bemerkten, dass ein dringend notwendiges Papier für die Weiterreise nicht vorlag. Somit wurde die Auffangstation kurzfristig an einem Freitagnachmittag damit beauftragt die Tiere auszupacken, umzusetzen und zu versorgen. Wie man sich leicht vorstellen kann, stellt eine solch kurzfristige Anlieferung von einer so großen Anzahl an kleinen Echsen und Avertebraten eine enorme Herausforderung an die Auffangstation, was Koordination, Bereitstellung von Equipment und Räumen, sowie Sachkunde und Erfahrung angeht, dar. Dies wurde aber hervorragend gemeistert, wobei sechs Mitarbeiter der Auffangstation von 17 bis 22 Uhr voll beschäftigt waren. Unter den Tieren befanden sich z.B. Anolis, Leopardleguane, Rotaugenlaubfrösche und Vogelspinnen. Alle transportfähigen Tiere wurden fünf Tage nach dem Auspacken wieder verpackt und konnten in Richtung des ursprünglichen Bestimmungsortes weitergeschickt werden. Das Verpacken zum Weiterversandt brachte wiederum eine mehrstündige Aktion mit sich. Insgesamt sind nur knapp 30 Tiere, von denen 11 bereits bei Einlieferung tot waren, verstorben. Dies ist bei der Gesamtzahl von fast 1300 Tieren erstaunlich wenig ist, bedenkt man, dass der Transport doch relativ lange dauert, die Tiere extremen Stress ausgesetzt sind und sehr viele Tiere auf möglichst kleinem Raum zusammen gepackt werden. Dieser Fall zeigt wieder wie extrem wichtig es ist, für den Extremfall immer gut gerüstet zu sein, sei es mit bevorratetem Equipment, dem immer bereitstehenden Personal oder den kurzfristig zu beziehenden Räumlichkeiten. Die Auslastung der jetzigen Räume ist wie schon des Öfteren beschrieben allerdings sehr hoch. Deswegen stellen solche kurzfristigen Unterbringungen von großen Tierzahlen nicht einfach zu lösende Probleme dar. Nur durch weitere Räumlichkeiten, die wir auch kurzfristig nutzen könnten, würde sich die Lage etwas entschärfen lassen.
3 Schnappschildkröten in einer Woche
Nachdem im letzten Jahr glücklicherweise insgesamt „nur“ drei Schnappschildkröten zu uns kamen, mussten wir heuer bereits in der 2. Maiwoche kurz hintereinander drei Schnappschildkröten aufnehmen. Zwei der zwischen 5 und 10kg schweren, übellaunigen und bissigen Tiere wurden kurz zuvor von Passanten aufgefunden und über den örtlichen Tierschutzverein weiter gegeben. Die dritte deutlich ruhigere Schnappschildkröte ist eine private Abgabe. Es ist nur zu hoffen, dass nun nicht jeden Monat drei Schnappschildkröten aufgenommen werden müssen, da die Haltung solch doch sehr großer und wehrhafter Schildkröten einen enormen Aufwand bedeutet und die Vermittlung innerhalb Deutschlands, durch das Haltungs- und Besitzverbot, unmöglich ist.
2 Klapperschlangen aus der Wilhelma
Aus dem Stuttgarter Zoologisch-Botanischen Garten haben wir zwei Klapperschlangen übernommen. Die ursprünglich von einem Privathalter stammenden Prärie- und Uracoan-Klapperschlangen waren erst vor kurzem in die Wilhelma gebracht worden, bevor sie nun sicher im Gefahrtierraum der Auffangstation verwahrt werden. Im Gegenzug hat die Wilhelma eine Hornviper übernommen, die schon mehrere Jahre hier im Bestand war.
In Wohnung zurückgelassene Schlangen
Eine Kornnatter und eine Argentinische Regenbogenboa wurden in einer Wohnung vorgefunden, nachdem der Besitzer ausgezogen war und die Tiere zurückgelassen hatte. Vom örtlichen Veterinäramt wurde die Auffangstation hinzugezogen. Die Tiere waren wohl schon längere Zeit ohne Wärmequelle und Beleuchtung, was der empfindlicheren Regenbogenboa leider nicht sehr gut bekommen ist. Eine massive Lungenentzündung wird nun behandelt, so dass zu hoffen ist, dass die Schlange wieder genesen wird. Der Kornnatter ging es erstaunlich gut. Immer wieder kommen Fälle vor, dass Reptilien und andere Tiere, aus unterschiedlichsten Gründen, in Wohnungen zurückgelassen werden. Dies stellt, ebenso wie das Aussetzen von Hunden an Autobahnen o. ä. einen Straftatbestand und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar. Durch ihr stilles Leiden werden keine Nachbarn auf die langsam dahinsiechenden Tiere aufmerksam, wie es etwa bei Hunden oder Katzen der Fall wäre. Deshalb werden in solchen Wohnungen oft extrem vernachlässigte, teils verdurstete und verhungerte Reptilien vorgefunden. Überlebende Reptilien müssen oft Wochen lang aufgepäppelt werden, um sie weiter vermitteln zu können. Genesungspaten für die Regenbogenboa werden dringend gesucht!
Steigende Tierzahlen
Nur kurz noch eine kleine Statistik, die für die am 29.06.2010 anstehenden Mitgliederversammlung angefertigt wurde: Aufgenommen wurden bis zum 31.05.2010 1707 Tiere. Hierunter waren 133 Schildkröten, 82 Schlangen, 1099 Echsen, 6 Fische, 157 Avertebraten, 229 Amphibien. Als Hauptgrund der Abgabe lag mit 82% der Tiere die vorübergehende Verwahrung vor, wobei hier nur zwei „Aktionen“ allein 1395 Tiere ausmachen. Gefolgt von 11% privater Abgaben und immerhin auch schon wieder 66 Tieren die von Behörden beschlagnahmt und an die Auffangstation überwiesen wurden. Die Fundtiere sind aufgrund des schlechten Wetters noch mit 40 Tieren relativ gering vertreten, werden aber sicher im Laufe des Sommers weiter ansteigen. Interessant ist auch die Quote der Abgänge von 104%, d.h. es sind 4% mehr Tiere aus dem Bestand gegangen als aufgenommen wurde, wobei die Vermittlungsquote bei 94% liegt und die Verlustquote bei nur 12%. Die Verlustquote umfasst vor allem bereits bei der Einlieferung verendete oder moribunde oder unmittelbar nach Einlieferung gestorbene Tiere sowie einzelne Tiere, die auf Grund der Leidensvermeidung eingeschläfert wurden. Trotz der extrem gestiegenen Tierzahlen zeigt sich damit, dass die Tiere unter oft sehr schwierigen Umständen bestmöglich versorgt werden.
Presse
Die TZ berichtete über den Biss einer Kreuzotter Nachdem ein Biologe am Isarufer von einer Kreuzotter gebissen wurde, erschien in der TZ ein kurzer Artikel über diesen Unfall. Dr. Baur gab in diesem Zusammenhang ein Interview über einheimische Reptilien. Den Artikel können sie hier nachlesen. Der Vorfall sollte nochmals nachdrücklich darauf aufmerksam machen, dass im Umgang mit wilden lebenden Tieren immer große Vorsicht walten sollte und man diese am besten in Ruhe lässt.

























