November 2011

Pressemitteilung:
Bartagamen-Babys fast erfroren!

Wir möchten Sie, sofern Sie ihn noch nicht kennen, auf den Kalender der Auffangstation aufmerksam machen, den Sie noch bestellen können und damit den Pfleglingen helfen.

Wie schon in einer Pressemitteilung berichtet wurde, konnten wir zwei halbwüchsige Brillenkaimane in ein Aquarium an der italienischen Riviera in der Emilia-Romagna vermitteln. Die beiden im Laufe des Jahres aus schlechter Haltung nach unüberlegtem Kauf übernommenen Tiere, können nun eine wunderschöne, neu errichtete und großzügige Anlage im Acquario di Cattolica (http://www.acquariodicattolica.it/) bewohnen, wo sie nun neben Meeresschildkröten, Tigerhaien, Pinguinen und Zwergottern eine weitere Attraktion für die zahlreichen touristischen Besucher darstellen. Herzlichen Dank an das gesamte Team des Aquariums für die hervorragende Arbeit und die großen Bemühungen um das Wohl ihrer Tiere. Im Zuge dieses Tiertransportes konnten auch zwei wunderschöne Grüne Baumpythons in den Zoo Salzburg umsiedeln. Nach Ablauf der Quarantänezeit in den Räumen des neu errichteten und mit verschiedenen Terrarien ausgestatteten Löwenhauses, werden sie gemeinsam mit einem ebenfalls aus der Münchener Reptilienauffangstation stammenden Grünen Baumpython eine hoffentlich erfolgreiche Salzburger Zucht begründen. Herzlichen Dank nach Salzburg.

Erneut wurden junge Bartagamen direkt vor der Eingangstür der Auffangstation für Reptilien ausgesetzt. Die schon halb erfrorenen Echsen wurden Gott sei Dank am Samstagmorgen vom diensthabenden Tierpfleger noch rechtzeitig im Aschenbecher entdeckt, bevor sie den eisigen Novembertemperaturen zum Opfer gefallen wären. Auch zu diesem Thema wurde erneut eine Pressemitteilung verfasst.

Wesentlich größeres öffentliches Interesse rief die Pressemitteilung über die ausgesetzten Schmuckschildkröten im Botanischen Garten hervor, die gemeinsam mit dem Münchner Botanischen Garten veranstaltet wurde. In der gut besuchten Pressekonferenz im Tropenhaus des Botanischen Gartens wurde berichtet, dass jedes Jahr Schmuckschildkröten still und heimlich im vermeintliche „tropischen Paradies“ ausgesetzt wurden, in diesem Jahr 25 Tiere. Diese werden dann an die Auffangstation übermittelt. Diese Presseartikel führten u. a. zu einer Anfrage im Landtag.

Auch auf Bundesebene wird das weit verbreitet Problem, sich lästige gewordener Schildkröten durch Aussetzen zu entledigen, diskutiert. Dies wird uns sicherlich auch in Zukunft und in zunehmendem Maße beschäftigen.

Ebenfalls „ausgesetzt“ wurden zwei große Tigerpythons bei einem Riesenschlangenhalter. Die zwei 35 und 20 kg schweren Prachtexemplare hatten plötzlich bei ihm vor der Haustür gestanden. Die beiden großen respekteinflößenden Schlangen werden vorerst bei uns bleiben. Sie stellen auch ein gutes Anschauungsobjekt für potentiellen Interessenten von Tigerpythons dar und zeigen, mit welchen Größen man zu rechnen hat.

Aus einer Beschlagnahme wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz stammen 13 Reptilien, die von der Behörde weggenommen und uns übergeben wurden. Die noch behandlungsbedürftigen Tiere können wir noch nicht weitervermitteln. Dagegen werden z.B. für einen sehr schönen Steppenwaran, eine Kornnatter und eine Hieroglyphenschmuckschildkröte neue Halter gesucht werden. Eine Afrikanische Hausschlange aus dieser Beschlagnahme wurde bereits vermittelt.

Vom Tierschutzverein Nürnberg haben wir mehrere Reptilien und Amphibien übernommen. Die gute Zusammenarbeit mit verschiedenen Tierschutzvereinen funktioniert auch mit Nürnberg hervorragend. Die drei Leopardgeckos, zwei Bartagamen, ein Halsbandleguan, ein Grüner Leguan und drei Spanische Rippenmolche sind allesamt in guter Verfassung und können nun auch weiter vermittelt werden.

Ein, für den Tierschutz im Bezug auf Reptilien, sehr gutes Urteil hat das Landgericht Traunstein in einem Fall von mehrfacher und langanhaltender Tierquälerei ausgesprochen. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass eine Halterin von Leopardgeckos, Bartagamen und eines Apothekerskinks den Tieren erhebliche, lang anhaltende Schmerzen, Schäden und Leiden zugefügt hat. Die Tiere waren in der Auffangstation vom zuständigen Veterinäramt vorübergehend untergebracht worden. Ein Teil der Tiere musste aus Tierschutzgründen euthanasiert werden, ein anderer Teil erholte sich von der mangelhaften Pflege wieder und wurden vom Veterinäramt zur Vermittlung freigegeben. Das relativ hohe Strafmaß von 12 Monate auf Bewährung, wobei die Bewährung 5 Jahre läuft, und 200 Stunden Sozialarbeit abzuleisten sind, begründen die Richter damit dass die Halterin eigentlich über die notwendige Sachkunde verfüge, diese mehrfach nachgewiesen habe, aber dennoch die Haltung der Reptilien nicht verbessert und keinen Tierarzt aufgesucht habe, obwohl die Schmerzen und Leiden der Tiere massiv waren und der Halterin aufgefallen sein müssen. Dieses Beispiel zeigt aber auch, dass Tierquälerei auch bei Reptilien nicht mehr als Kavaliersdelikt durchgeht und auch geahndet wird.

Am 19. November war die Auffangstation mit einem Stand beim 14. Münchner Feuerwehr-Symposium des Stadtfeuerwehrverbandes vertreten. Stephan Zobel von der Berufsfeuerwehr München hielt einen interessanten Vortrag zum Thema „Handling von Gefahrtieren“ und zeigte in einer praktischen Übung das Einfangen einer Riesenschlange. Die Besucher des Symposiums zeigten sich sehr interessiert an weiteren Fortbildungsmaßnahmen und an der Arbeit der Auffangstation.

Auch im November diesen Jahres wurde wieder eine Schulung für Stabsveterinäre durchgeführt. Diese Tierärzte der Bundeswehr sind bei Auslandseinsätzen nicht nur für die Lebensmittelhygieneüberwachung und evtl. für die Hundestaffel oder Tragetiere wie Maultiere zuständig, sondern müssen sich beispielsweise in Afghanistan auch um verwilderte oder tollwütige Hunde, Wildtiere und eben auch um Schlangen im Camp kümmern. Ihnen kommt hierbei eine erhebliche Verantwortung zu. Um diese besser übernehmen und tragen zu können, werden mittlerweile Veterinäre der Bundeswehr in einem Pflichtkurs in der Münchner Station für den sicheren Umgang auch mit Giftschlangen geschult und trainiert.

Auch für das Münchner Kreisverwaltungsreferat konnte eine Veranstaltung über die Gefahrtierproblematik, speziell bei Reptilien, für knapp ein Dutzend Mitarbeiter durchgeführt werden. Hierbei wurden einschlägige Themen besprochen und die enge und fruchtbare, seit Jahren bestehende Zusammenarbeit zwischen der Auffangstation und den Behörden vertieft.

Wir waren bei „Bayern Südwild“, ein weiteres Projekt des BR, involviert. Bei diesem Format befindet sich ein Studiobus vor Ort und verweilt jeweils eine Woche lang mit verschiedensten Veranstaltungen, live acts und Diskussionsrunden in einer Gemeinde oder Stadt. Damit hatte auch die Auffangstation die Chance ihren Standpunkt zum Thema Reptilienhaltung in Privathand im Rahmen eines Beitrages zu schildern. Hierbei waren Tierhalter des Reptilienstammtisches Holledau ebenfalls anwesend und konnten ihre sehr schön gemachte und liebevoll gepflegte Tierhaltung in einem Filmbericht zeigen.

Auch für das beliebte Format „Menschen, Tiere und Doktoren“ (Fandango Film und VOX) konnte wieder ein schöner Beitrag gedreht werden. Hierbei ging es um die Reptilien, die wir aus Griechenland übernommen hatten. Nach langem Vorlauf und unter Mithilfe mehrerer international tätiger Tierschutzorganisationen, wie Stichting AAP (NL), SPAZ (Griechenland) und der Station auf Aegina, Griechenland (EKPAZ), wo die Tiere eine vorübergehende Bleibe gefunden hatten und Frau Gaby Wolff, die ebenfalls im Tierschutz in Griechenland höchst engagiert ist, konnte der Transport der Tiere mit Lufthansa erfolgreich „über die Bühne gebracht“ werden. Das Nilkrokodil, das wir nach seinem Retter in Griechenland ‚Yianni‘ getauft haben, ist wohlauf und es konnte bereits ein sehr guter Platz für das Tier gefunden werden. Zwei der Leguane, die ebenfalls auf Aegina gelebt haben, mussten operiert werden. Sie hatten neben mehreren, teils bereits alten Knochenbrüchen an Beinen und Kiefer auch diverse Vereiterungen, die chirurgisch entfernt werden mussten. Eines der Tiere ist stark behindert, d. h., es weist massive Wirbelsäulenverkrümmungen auf und wirkt mit seinen ehemals beidseitig gebrochenen, schief zusammengeheilten Unterkieferknochen eher skurril. Dennoch erfreut sich auch diese Tier eines schmerzfreien Lebens und braucht zukünftig ein „behindertengerechtes“ Terrarium und wäre sicherlich über einen oder mehrere Paten sehr dankbar.

Darüber hinaus konnte noch der Fall einer auf einer Bauernhoftenne zurückgelassenen Boa constrictor dokumentiert werden, die annähernd tot aufgefunden wurde. Das Tier war höchstgradig ausgetrocknet und bis auf das Skelett abgemagert. Durch die Unterernährung hatten sich bereits weite Bereiche der Haut abgelöst. Dennoch bessert sich ihr Zustand von Woche zu Woche und mittlerweile frisst das Tier wieder gut und nimmt zu. Mit diesen Rückblicken auf die jüngste Vergangenheit bedanken wir uns für Ihr reges Interesse.

Wir wünschen Ihnen noch eine besinnliche vorweihnachtliche Zeit, ein frohes Fest und ein gesundes Neues Jahr
Ihr Auffangstationsteam


Oktober 2011

Pressemitteilung:
Brillenkaimane wandern nach Italien aus

Der Kalender 2012 ist da!
Sie können ihn einfach per mail (info@reptilienauffangstation.de) für 12.- (+freiwillige Spende) bei uns bestellen. Wir senden Ihnen dann die gewünschten Exemplare zu. Da wir die Druckkosten, unter anderem durch einen Sponsor recht gering halten konnten, können Sie durch den Kauf des Kalenders die Auffangstation sinnvoll und effektiv unterstützen!
In diesem Zusammenhang bedanken wir uns bei Guido Coenen (GC Digitaldruck), der das Layout und den Druck übernommen hat und als Sponsor auftritt.

Während der Zeit um Weihnachten vom 22.12.2011 bis 08.01.2012 werden wir keine Führungen, Aufnahmen und Abgaben von privaten Tieren und andere Termine annehmen können. Auch persönliche und telefonische Beratungen sind in dieser Zeit nur in Notfällen und äußerst eingeschränkt möglich. Diese „Auszeit“ wird für interne Angelegenheiten wie die alljährliche Inventur genutzt. Zudem haben die Mitarbeiter eine „Schonzeit“ dringend nötig, so dass wir im neuen Jahr wieder mit voller Kraft an die vielschichtigen Aufgaben herangehen können. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Für Behörden und wirkliche Notfälle stehen wir im Notdienst dennoch wie gewohnt rund um die Uhr zur Verfügung.

In der letzten Vorstandssitzung wurde beschlossen, dass wir, ähnlich wie in den meisten Tierheimen, bei privaten Abgaben, feste Aufnahmegebühren im Sinne einer Aufwandsentschädigung erheben müssen. So sollen Fälle, wie die private Abgabe ohne jegliche Spende von 30 Leopardgeckos im Frühjahr dieses Jahres, verhindert werden. Solche Abgaben belasten die Finanzen der Auffangstation enorm und können auch in der Regel nicht durch die Spende bei Vermittlung eines Tieres ausgeglichen werden. Wir klären alle privaten Abgeber im Vorfeld der Abgabe eines Tieres bei uns auf, wofür und in welchem Umfang das Geld eingesetzt werden muss. Somit hoffen wir, dass die Abgeber von privaten Tieren Verständnis zeigen werden und die Auffangstation entlastet wird. Dieser Schritt wurde notwendig, da wir keinerlei Etats haben, um private Abgabetiere und den durch sie entstehenden Aufwand zu bestreiten.

Dem neuen bayerischen Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, Herrn Dr. Marcel Huber, der Beirat im Vorstand der Auffangstation für Reptilien ist, gratulierte der Vorsitzende, Prof. Hoffmann, zu seiner neuen verantwortungsvollen Aufgabe.

Auch im Oktober war die Auffangstation auf verschiedenen Veranstaltungen, wie beispielweise der Jahrestagung der Internationalen Schildkröten Vereinigung (ISV) in St. Pölten – Österreich oder aber auch auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Tierschutzbundes in Hannover, vertreten. Hierbei wurden zahlreiche Gespräche geführt, Kontakte geknüpft und für die Arbeit der Reptilienauffangstation geworben, was die Teilnahme an solchen Veranstaltungen sehr wertvoll macht.

Aus einem in Konkurs gegangenen Tierpark in Österreich wurden zwei stattliche Brillenkaimane vorübergehend übernommen. Die Tiere waren vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) in dem Zoo eingestellt und konnten nun aus finanziellen Gründen dort nicht mehr gehalten werden. Somit kam das Bundesamt auf uns zu, ob wir eine vorübergehende Bleibe für die beiden, ca. 2 Meter großen und recht wenig umgänglichen Panzerechsen, bieten könnten. Damit ist unser Krokodilraum nun wieder an seiner Auslastungsgrenze mit zwei Mississippi- Alligatoren, zwei kleinen Brillenkaimanen, einem mittelgroßen Brillenkaiman und den nun noch hinzugekommenen zwei großen Brillenkaimanen angelangt. Ein mittelgroßer Brillenkaiman befindet sich noch in einem extra Gehege, da er noch separat behandelt werden muss. Im nächsten Newsletter werden Sie Näheres über zwei Brillenkaimane von der Auffangstation nach Italien vermittelt wurden, erfahren.

Trotzdem wird uns im November ein neues Krokodil aus Griechenland überstellt werden. Das Tier wurde ausgesetzt und in einem Straßengraben gefunden und lebt seitdem (über ein Jahr) in einem improvisierten Käfig in einer Auffangstation, die leider nicht auf die Unterbringung von Reptilien eingestellt ist und dies auch nicht leisten kann. Bereits im Vorfeld konnten jedoch bereits potentielle Übernehmer gefunden werden, so dass sich die Verweildauer dieses Krokodils jedoch vermutlich in Grenzen halten wird.

Nicht schlecht geschaut haben wir, als eine uns schon bekannte Tierschützerin aus Mallorca, erneut bei uns unangemeldet auftauchte und, wie schon vor 2 Jahren, einen großen Grünen Leguan aus der Sporttasche zog. Der sehr schöne, sehr umgängliche und ruhige Leguan sei auf Mallorca in einer Bar unter tierschutzwidrigen Verhältnissen gehalten worden und sie habe ihn gerettet, berichtete uns die gut meinende Dame. Der Leguan wurde dann wohl längere Zeit in einer Voliere gehalten und da die „Retterin“ nun im Herbst wieder nach Deutschland fliegen musste hat sie den Leguan zu uns mitgenommen. Solche spontanen Aktionen sind immer wieder ein großes Problem, da kurzfristig Kapazitäten geschaffen werden müssen. Das kann auf Kosten anderer Tiere, die schon im Bestand sind, gehen. Auch müssen andere Tiere, die eventuell schon auf einer Warteliste sind, gerade bei großen Grünen Leguanen ist dies ständig der Fall, länger auf die zugesagte Aufnahme warten.

Zum ersten Mal war die Auffangstation im Fressnapf in Unterhaching mit einem Infostand bei den sogenannten „Terra-Tagen“ vertreten. Hierbei soll dem interessierten Kunden der Tierhandelskette ermöglicht werden, sich über Reptilien und deren Haltung zu informieren. So konnten Menschen über die Haltung von Reptilien informieren, die spontan im Fressnapf waren, aber auch Reptilienhalter, die extra wegen den „Terra-Tagen“ dorthin gekommen waren. Der Auffangstation ist es ein großes Anliegen, dass sich der Halter im Vorfeld des Kaufes eines Tieres intensiv und ausführlich mit den Ansprüchen und dem notwendigen Equipment auseinander setzt. Dies muss im Tierhandel als primäres, wichtiges und unabdingbares Vermitteln von Informationen durch gezielt geschultes Personal erfolgen und darf nicht, wie aktuell üblich, nur als lästiges, wenig Umsatz bringendes Übel angesehen werden.

Seit Mitte Oktober hat die Auffangstation im Tierheim an der Riemer Straße einige Tierräume bezogen. Im Münchner Ignatz-Perner-Tierheim können nun drei der freien Innenräume für Reptilien der Auffangstation genutzt werden. Für dieses großzügige Angebot der Tierheimleitung und des Tierschutzvereinsvorstandes sind wir sehr dankbar, da gerade jetzt im Herbst der Bedarf an Fläche für die Haltung von Leguanen und Landschildkröten enorm angestiegen ist. In mehrtägiger harter und sehr engagierter Arbeit haben unsere Tierpfleger vorbildliche Gehege geschaffen: Diese weisen unterschiedliche natürliche Bodengründe und eine hohe Vielfalt an Struktur auf und bieten den Tieren nicht nur viel Platz sondern eine weite Bandbreite an Enrichment mit natürlicher Bepflanzung. In den Gehegen leben momentan einige Grüne Leguane, sowie unsere beiden Kubaleguane auf beeindruckenden Ästen, die sie ausgiebig nutzen. Am Boden konnten wir einen Roten Teju und einen Teil unserer Landschildkröten unterbringen. Passend zum Tag der Offenen Tür im Tierheim konnten unsere Tiere in ihrem neuen Domizil einziehen und als Botschafter des Tierschutzes auch im Bereich der sogenannten Exoten und insbesondere der Reptilien reges Interesse bei den Tierheimbesuchern, u. a. auch für die Arbeit der Auffangstation erregen. Die Resonanz war durchweg positiv und so mancher Besucher des Tag der Offenen Tür war überwältig, sowohl von der Schönheit der Reptilien, als auch der Attraktivität eines artgerecht gestalteten Großterrariums.

Ende Oktober erreichte uns der Notruf eines sehr versierten Schlangenhalters aus Franken. In seinem durchaus als erlesen zu bezeichnenden Tierbestand sei eine nicht therapierbare Parasitose bei einem Tier festgestellt worden. Um die potentiell infizierten Tiere nicht töten oder einfach an Privathalter abgeben zu müssen und trotzdem wieder einen gesunden Tierbestand aufbauen zu können, bat er die Auffangstation um Hilfe und die Tiere aufzunehmen. Auch dieser Bestand konnte als Gesamtheit übernommen und in einem separaten Quarantäneraum im Tierheim, der uns ebenfalls zur Nutzung überlassen wurde, großzügig untergebracht werden. Die Tiere sind zwar klinisch völlig gesund, müssen jedoch bis zum endgültigen Beweis ihrer individuellen Parasitenfreiheit, der leider nur schwierig und mit erheblichem Kostenaufwand erbracht werden kann, unter Quarantänebedingungen und völlig getrennt von dem Tierbestand gehalten werden. Bei der Anlieferung der Tiere, dem Aufbau der mitgelieferten Terrarien, dem Einsetzen der wunderschönen Schlangen und der Probennahme für die nötigen Untersuchungen hat uns das bewährte Team von Menschen, Tiere und Doktoren begleitet.

Die Bedeutung der Arbeit, v. a. im Bereich der Öffentlichkeitsbildung kam in der Bitte der Freiwilligen Feuerwehr Germering zum Ausdruck, die sich um eine Schulung im Umgang mit Reptilien bemühte. So konnten dort die Feuerwehrleute am letzten Oktoberwochenende in Theorie und Praxis geschult und hierbei auch lebende Tiere aus der Auffangstation mit einbezogen werden. Die Schulung hat allen Beteiligten sehr viel Spaß gemacht und fiel auf fruchtbaren Boden. Besonderes Augenmerk wurde hierbei einerseits auf die potentielle Gefährlichkeit einiger Reptilien und v. a. unbekannter Schlangen gelegt, andererseits wurde die heimische Herpetofauna, v. a. die heimischen Schlangen ausgiebig besprochen. In diesem Bereich besteht noch immer enormer Informationsbedarf einerseits bei der Bevölkerung, andererseits sicherlich auch bei Feuerwehr, Rettungsdiensten, Polizei und dem THW. Auch im kommenden Jahr erfolgen wieder einschlägige Schulungen, um diesen Bedarf durch Kooperation und Information und viel Öffentlichkeitsarbeit zu decken.

Die überwiegende Mehrzahl der im August am Münchener Flughafen beschlagnahmten Australischen Pythons konnte inzwischen an geeignete Übernehmer übergeben werden. Hierbei gilt unser Dank dem Bundesamt für Naturschutz, mit dem wir seit Jahren hervorragend zusammenarbeiten dürfen. Es bleibt zu hoffen, dass die als Schmuggelware nach Deutschland gelangten Schlangen weiterhin gut gedeihen und durch die hoffentlich zahlreich erzielten Nachzuchten in ein paar Jahren die Nachfrage soweit decken, dass für geschmuggelte Tiere kein Bedarf mehr existiert.

Auch ein blauer Baumwaran konnte eine Zuchtgruppe bei einem versierten, engagierten und zuverlässigen Privathalter vervollständigen.

Zwei Schnappschildkröten konnten die Reptilienauffangstation verlassen: ein männliches Tier komplettiert eine Tiergruppe bei einem österreichischen Privathalter und ein Jungtier lebt fortan in Franken bei einem über eine Ausnahmegenehmigung verfügenden Tiermediziner. Hierüber sind wir sehr froh, da die Unterbringung und Pflege der imposant groß werdenden Schnappschildkröten unter den uns zur Verfügung stehenden räumlichen Voraussetzungen nicht gerade leicht ist und keinesfalls auf Kosten der Tiere gehen darf.

Sechs junge Mauereidechsen, die im Sommer, nach einem Italienurlaub, bei uns abgegeben wurden, konnten wir in eine vorbildliche Haltung vermitteln. Die kleinen Echslein, die in Italien gefangen, dann illegal nach Deutschland verbracht wurden und dann bei uns abgegeben werden mussten, wurden nach Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde vermittelt. Solche illegalen Tiere müssen immer in enger Zusammenarbeit mit der zuständigen Behörde vermittelt werden. Diese kann eine Duldung aussprechen oder die Tiere einziehen und überlassen. Wir bedanken uns ausdrücklich bei der zuständigen Behörde für die gute Kooperation, da wir sonst viele Tiere nicht vermitteln könnten und schon längst unsere Kapazitätsgrenzen überschritten wären.

Eine große Herpes positive Maurische Landschildkröte konnten wir in eine sehr zuverlässige Haltung vermitteln. Wir haben einige Landschildkröten im Bestand die Virusträger sind und nur an sehr zuverlässige und verantwortungsvolle Halter in strikte Einzelhaltung oder in eine reine Herpesgruppe vermittelt werden können, um eine Weitergabe oder einen Zukauf von weiteren Tieren ausschließen zu können. Somit werden äußerst selten potentiell infektiöse Landschildkröten vermittelt, weswegen unser „Infektionsstall“ leider aus allen Nähten platzt. In diesem extern gelegenen Raum werden nicht nur Schildkröten, sondern z.B. auch IBD- und Paramyxo-Virus positive Schlangen gehalten. Leider ist es aus Platzgründen nicht möglich mehrere gesonderte Räume für die verschiedenen Viruserkrankungen zu haben, was sicherlich sinnvoll wäre und für zukünftige Bauvorhaben in die Planung mit einfließen wird.

Pressemitteilung: Schmuckschildkröten im Botanischen Garten
Weiterführende Informationen

September 2011

Wir hatten das „schlammige Vergnügen“ bei der Abfischaktion eines großen tropischen Beckens im Botanischen Garten mithelfen zu dürfen. Nach einigen Stunden des Abkescherns und Fangens der Barsche, Welse und anderer kleiner bis großer Fische, war eine stattliche Anzahl an Fischen in den Transportbehältern zusammengekommen, die wir auf unsere verschiedenen Aquarien und vor allem im großen Krokodilbecken verteilen konnten. Auch drei stattliche Welse konnten gefangen werden. Wir bedanken uns ganz herzlich für die seit vielen Jahren sehr gute und enge Zusammenarbeit bei dem Botanischen Garten München und seinen Mitarbeitern.

Ebenfalls bedanken möchten wir uns bei einer sehr engagierten Förderin der Auffangstation, die nicht nur mit zahlreichen Pflanzenspenden in den letzten Wochen zum „positiven grünen Erscheinungsbild der Räume“ beigetragen hat, sondern auch im Zuge der „Krokodil-Transportaktion Griechenland“ (wir berichteten in einem extra Newsletter) in liebevoller Arbeit und mit großem Engagement zwei große hölzerne Transportkisten gezimmert hat, die den für den internationalen Luftverkehr geltenden IATA-Richtlinien entsprechen. Vielen Dank!
Leider musste, aufgrund des Streiks in Griechenland, die Aktion nochmals verschoben werden, was uns wiederum einige Euro kostete, da die Flüge bereits gebucht waren. Wer sich also noch als Sponsor für diese außergewöhnliche Aktion beteiligen möchte, die einem Nilkrokodil und vier Grünen Leguanen helfen wird, ein artgerechtes und würdiges Leben leben zu können, melde Sie sich bitte bei uns! Wir sind hierbei auf Ihre Hilfe dringend angewiesen.
Dennoch sei noch einmal betont, dass die Auffangstation nicht beabsichtigt, ihre Tätigkeit primär auf den Auslandstierschutz auszuweiten, sondern nach Bitte einer mit uns kooperierenden holländischen Tierschutzvereinigung (Stichting AAP) ausnahmsweise bereit war und ist, Hilfe zu leisten. Leider fehlt es in Griechenland – in Anbetracht gravierender volkswirtschaftlicher Probleme („Staatspleite“-Gefahr), aber auch aufgrund eines generellen anderen Bewusstseins der Bevölkerung für die Belange des Tierschutzes – an adäquaten Möglichkeiten, die Tiere dauerhaft unterzubringen. Aus diesem Grund fristen sie ein sehr kärgliches Leben in einer überforderten Auffangstation auf einer der traumhaft schönen Urlaubsinseln. Sie sind auch nicht annähernd tier- und verhaltensgerecht untergebracht und werden nicht tierärztlich versorgt, so dass sie den Mittelmeerwinter wohl nicht lebend überstehen würden. Angewandter Tierschutz darf weder an Staatsgrenzen, noch an politischen Systemen oder bei bestimmten Tiergruppen – wie sie ja nach wie vor Reptilien darstellen, die kaum eine Lobby haben - enden. Um dies dokumentieren zu können, werden wir vor Ort selbst und nach der hoffentlich erfolgreichen Rückkehr mit einem Team von Fandango-Film und VOX die Situation bildhaft der Öffentlichkeit vorstellen.

Wie schon im letzten Jahr, beteiligte sich die Auffangstation wieder an der „Nacht der Umwelt“. Die drei Führungen mit jeweils 30 Personen waren schon Wochen vor dem Termin ausgebucht und kamen bei den insgesamt 90 Teilnehmern sehr gut an. Wir freuen uns, im Zuge der „Nacht der Umwelt“ einem sehr breiten und hoch motivierten und interessierten Publikum, die eigentlich meist nichts mit Reptilien zu tun haben, diese Exoten näher bringen und unsere Arbeit vorstellen zu können.

Dr. Fahrmeir, der Leiter des Liegenschaftsamtes des LMU München konnte sich persönlich und vor Ort ein Bild über die teilweise doch recht problematischen räumlichen Gegebenheiten in der Kaulbachstr. machen. Er bekräftigte seine prinzipielle Bereitschaft die Auffangstation zu unterstützen und bei konkreten Problemstellungen und Themenbereichen zu helfen. Wir danken Herrn Dr. Fahrmeir für seine Bereitschaft sich unserer problematischen Situation anzunehmen.

Ein Infostand wird am Samstag den 22.10. im Fressnapf in Unterhaching von Mitarbeitern der Auffangstation betreut werden. Der „Aqua- und Terratag“, den die Firma Fressnapf zum widerholten male veranstaltet , wird genutzt werden, Kunden der Zoofachgeschäftskette über die Haltung und Bedürfnisse von Reptilien zu informieren. Von 10 bis 15 Uhr sind Mitarbeiter der Station vor Ort.

Aufgenommenen und vermittelten Tieren:
Aus dem Tierheim Essen wurde erneut ein Reptil kurzfristig übernommen. Eine sehr engagierte Tierpflegerin brachte die Chinesische Weichschildkröte an ihrem freien Tag und auf eigene Kosten hierher. Erfreulicherweise konnte für diese Weichschildkröte sehr schnell ein guter Platz gefunden werden. Zusammen mit einer schon sehr lange bei uns gehaltenen Weichschildkröte wird sie bald umziehen können.

In Erlangen wurde ein kleiner Grüner Leguan aufgegriffen und ins dortige Tierheim gebracht. Da, wie in so vielen Tierheimen, die Unterbringung von exotischen Tieren nicht längerfristig erfolgen kann, wurde der kleine auf dem schnellsten Weg zu uns gebracht. Leider hat sich bisher noch nicht der Vorbesitzer für den herrlich gefärbten „Blue Diamond“ finden können.

Aus einem Kindergarten wurden mehrere Achatschnecken abgegeben. Leider wurden die faszinierenden und recht pflegeleichten Schnecken aus dem Kindergarten verbannt, da sich mehrere Eltern, nachdem sie einen TV-Bericht gesehen hatten, dass diese Schnecken als Überträger von vielen Krankheiten in Frage kämen, über die Haltung beschwert hatten. Prinzipiell ist es eine sehr positive Sache, wenn schon Kleinkinder früh und unter Aufsicht, durch die Haltung von verschiedenen Tieren, Verantwortung für und Achtung vor dem Lebendigen erlernen können. Wenigstens wurden die Schnecken in diesem Fall nicht einfach entsorgt, sondern an uns abgegeben.

Zum wiederholten Male haben wir Schildkröten vom Tierschutzverein Forchheim und Umgebung relativ zeitnah nach dem Fund übernommen. Oft kommen Fundtiere von anderen Tierschutzvereinen erst nach mehreren Wochen zu uns. Dann ist es für uns leider nicht mehr möglich die entstandenen Unterbringungskosten der Fundgemeinde in Rechnung zu stellen. Somit bleiben wir meist auf sämtlichen Kosten sitzen. Im Fall von Forchheim kann zumindest ein Teil der Kosten erstattet werden, was sehr hilft! Wenn Sie Fragen zu Fundtieren oder ausgesetzten Tieren haben sollten, fragen Sie einfach bei uns an. Wir helfen gerne.

Eine besondere Vermittlung war die eines kleinen Leopardleguans, der nach langer Aufenthaltsdauer bei uns endlich ein sehr gutes neues Zuhause gefunden hat. Nach langer Vorbereitungs- und Organisationszeit konnte er schlussendlich in die Schweiz vermittelt werden! Vielen Dank an die Übernehmer des kleinen Kerlchens!

August 2011

Pressemitteilung:
Schlange in Bett gefunden
Der August bescherte der Auffangstation für Reptilien, München nochmal, wegen des doch noch sehr sommerlichen Wetters, eine Flut von Fundreptilien. Wie immer, wenn das Wetter so sommerlich ist, werden Feuerwehren, Polizei und andere Behörden vermehrt zu vermeintlichen „Exoten Funden“ gerufen. Oft stellen sich „fremdartig aussehende“ Schlangen, Echsen und Lurche bei genauer Betrachtung dann aber als heimische Art heraus, die in ihrem natürlichen Biotop verbleiben sollte.
In 43 Fällen wurde das Fundreptil dann zu uns gebracht und als Exot bestimmt, bzw. als verletztes Wildtier aufgenommen. Dies sind 36%, der insgesamt 130 Tiere, die wir im August aufgenommen haben.

Einen weiteren großen Anteil hatten die 36 Schlangen, die bei einer Kontrolle des Zolls am Flughafen München im Reisegepäck eines Australiers entdeckt wurden. Der junge Mann hatte versucht, die noch recht kleinen Riesenschlangen, im Handgepäck, versteckt in einem Stoffbeutel, illegal nach Deutschland einzuführen. Nachdem die Schlangen entdeckt wurden, wurden wir vom Zoll informiert, um die zunächst unbekannten Schlangen zu bestimmen und vorrübergehend unterzubringen. Dabei stellte sich schnell heraus, dass es sich um artgeschützte Pythons handelt, die ohne Herkunftsnachweis nicht eingeführt werden dürfen. Der Schmuggler wurde daraufhin in Untersuchungshaft gebracht. Wie immer in solchen Fällen, fungiert die Auffangstation für Reptilien als Verwahrer der Tiere für die Behörden und hat keinen Einfluss auf Beschlagnahmung, Einziehung und Vermittlung der Tiere. Die Zusammenarbeit mit dem Zoll funktioniert seit Jahren hervorragend, was mehrere Fälle in diesem Jahr beweisen. Wir hoffen, dass der illegale Handel mit exotischen Tieren durch diese enge Zusammenarbeit weiter bekämpft und eingeschränkt werden kann.

Eine immer wieder auftretende Problematik, die wir durch Abgaben von vielen Jungtieren erleben, sind unüberlegte Zuchtbemühungen von Reptilien, die im Handel keinen „Wert“ haben. Dies sind vor allem Bartagamen. Gleich zwei Fälle, mit einem mal sechs Jungtieren und einem mal neun Babies, wurden fast gleichzeitig an uns von überforderten Haltern abgegeben. Wie so oft wurden alle Eier ausgebrütet und die Halter von der hohen Schlupfrate überrascht. Ein geringer Anteil der Jungtiere konnte vermittelt werden, der Rest wuchs „erstaunlich schnell“ heran. Zudem fingen die jungen Bartagamen schnell an sich gegenseitig zu beißen. Weder der finanzielle noch der logistische Aufwand, sich um die vielen Jungtiere zu kümmern, wurde im Vorfeld bedacht. Somit werden dann die „verbissenen“, „stummelschwänzigen“ „nicht vermittelbaren“ Jungtiere an uns abgegeben. Es ist leicht vorstellbar, dass 15 verletzte Bartagamen, die medizinisch versorgt werden, einzeln gehalten und die einer intensiven Betreuung bedürfen, eine große Belastung für uns, sowohl logistisch und personell, als auch finanziell, darstellen. Die jungen Bartagamen sind mittlerweile soweit wieder genesen, dass sie abgegeben werden können. Interessenten bitte melden.

Drei Pracht Erdschildkröten wurden von einem Biologie Studenten abgegeben, da er durch einen berufsbedingten Umzug in eine kleinere Wohnung und andere Stadt umziehen muss. Ein Wohnungswechsel wird immer wieder als Grund angegeben, sich von einem Tier trennen zu müssen. Einerseits, weil der nötige Platz nicht mehr vorhanden ist oder da der neue Vermieter keine Tiere erlaubt. Oft kommt der „Notruf“ dann kurz vor dem Umzugstermin und uns bleibt keine andere Wahl als das Tier zu übernehmen. Wir empfehlen immer, sich seiner Pflichten als Halter eines Tieres bewusst zu werden und frühzeitig nach einem geeigneten neuen Halter für sein Tier zu suchen. Ebenso kann nur immer wieder darauf hingewiesen werden, dass Terrarientiere nicht per se vom Vermieter verboten werden können. Es empfiehlt sich, sich juristischen Beistand einzuholen.

Zwei Moschusschildkröten wurden von einer Dame abgegeben, die die beiden kleinen Schildkröten zuvor als Urlaubsbetreuung versorgt hatte. Nachdem der ursprüngliche Besitzer nicht mehr auf die Anfragen der Frau reagierte und über 8 Wochen vergangen waren, wurden die beiden schönen Schlammschildkröten nun bei uns abgegeben. Leider wird die Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft von Urlaubsbetreuern immer wieder ausgenutzt, um sich seiner Tiere zu entledigen. Wenn Tiere in Urlaubsbetreuung aufgenommen werden, sollten immer juristisch geprüfte Verträge abgeschlossen werden. Schlussendlich bleibt in diesem Fall wieder eine gewisse juristische Unklarheit, ob das Eigentum nun aufgegeben wurde, der vorrübergehende Halter die Wahrheit sagt, oder ob sich die Besitzverhältnisse doch ganz anders darstellen. Deswegen gehen wir mit solchen Fälle immer sehr vorsichtig um und versuchen, soweit bekannt, auch den ursprünglichen Besitzer nochmals zu kontaktieren, um eine juristisch einwandfreie Abgabe zu ermöglichen, so dass wir die beiden dann auch guten Gewissens weiter vermitteln können.

Im August haben 92 Tiere unseren Bestand verlassen, wobei 14 verstarben oder aus Tierschutzgründen euthanasiert werden mussten. Hierunter auch vier junge Bartagamen, die, wie oben beschrieben, schon zu stark von ihren Artgenossen zerbissen waren. Unter den vermittelten Tieren waren unter anderem neun Griechische Landschildkröten, die in Freigehege abgegeben werden konnten. Auch fünf Königspythons konnten an sachkundige Halter weiter gegeben werden. Somit haben wir einige der „Problemarten“ gut vermitteln können. Leider sind aber immer noch sehr viele dieser „Massenarten“ hier bei uns und warten auf eine erfolgreiche Vermittlung. Interessenten bitte melden.

Die Nachfrage nach Führungen durch die Auffangstation ist weiter ungebrochen. Wir konnten in der Ferienzeit einigen interessierten Kindergruppen die Thematiken Reptilien, Faszination des Exotischen, Haltung und Pflege von Reptilien und vieles mehr näher bringen. Aus organisatorischen Gründen und um den Reptilien, die nicht primär als „Schautiere“ bei uns gehalten werden, unnötigen Stress zu ersparen, werden wir in Zukunft die Anzahl der Führungen sowohl pro Woche als auch insgesamt etwas reduzieren. Wir werden aber weiterhin das rege genutzte Angebot der Führungen, die den direkten Kontakt zu Reptilien ermöglichen, anbieten können und dennoch eine möglichst stressminimierte Haltung für unsere Schützlinge garantieren. Bitte melden sie sich frühzeitig für Führungen an. Die nächste Einzelpersonenführung wird am 29.09.11 um 17 Uhr stattfinden.

Auf die gemeinsame Pressemitteilung über den Schlangenfund am Flughafen München mit dem Zoll gab es sehr viel Presseecho. Unter anderem waren Artikel über die Pythons in der Süddeutschen Zeitung, Münchner Merkur, der Bildzeitung und vielen weiteren Tageszeitungen zu lesen. Ebenso wurde im Radio von dem Fund berichtet.

Pressemitteilung:
Hendl statt Gyros
Biologisch-wissenschaftlich fundierter Tierschutz

Schnappschildkroete
Bartagame auf Finger
Bartagame auf Finger
Bartagame auf Finger
Indische Schoennatter
Skorpion
Gelbe Anakonda
Segelechse
Grüner Leguan
Zoo Wuppertal
Gondwanaland
Feuerwehr München
Aeskulapnatter
Pandinus imperator
Ritteranolis
Fotoshooting
Fund Koenigspython
beschlagnahmte Schlangen
Rhinoclemys pulcherima
Moschusschildkroete
Koenigspython auf Waage
Kinder mit Tobi
Nilkrokodil in Kaefig
Fressnapf Aktionstage
Leopardleguan
ISV
Brillenkaiman
Gruener Leguan
Blauer Baumwaran
Ausgesetzte Bartagamen in Karton
Tigerpython Kopf
Leopardgecko
Nilkrokodil
Leguan aus Griechenland