2016: Ausgesetzte Exoten verursachen hohe Kosten

Das “prominenteste” Fundtier des Jahres 2016: Die Anakonda vom Siferlinger See.

Tiere, die in der Auffangstation für Reptilien, München e.V. untergebracht und versorgt werden müssen, haben häufig eine unschöne Vorgeschichte. Auch in 2016 hat sich diese Entwicklung leider fortgesetzt: Von den insgesamt 1.301 aufgenommenen Tieren stammen 59% aus privaten Abgaben (wobei hierin auch die Abgaben enthalten sind, die auf behördlichen Druck hin vorgenommen wurden), 20% sind Fundtiere (ob ausgesetzt oder entlaufen ist hier im Nachhinein nicht mehr festzustellen), 7% stammen aus behördlichen Beschlagnahmen und immerhin 3% wurden offensichtlich ausgesetzt. Von diesen aufgenommenen Tieren konnten 709 Exoten in liebevolle, fachkundige Hände weitervermittelt werden.

Während die Versorgung von Beschlagnahmen und Fundtieren den jeweils zuständigen Behörden noch in Rechnung gestellt werden können, bleibt der Verein auf den Versorgungskosten für ausgesetzte Tiere leider gänzlich sitzen. Da das Aussetzen von Haus- und Heimtieren nach dem Deutschen Tierschutzgesetz generell verboten ist, gibt es auch keine gesetzliche Regelung, wer für die Kosten aufkommen soll, falls dies doch einmal geschieht.

Leidtragende dieser rechtlichen Grauzone sind also letztlich die Tierschutzvereine, die die Tierheime und Auffangstationen betreiben. In unserem Fall kommt erschwerend hinzu, dass viele Reptilien sehr langlebig sind und darüber hinaus nur schwer weiterzuvermitteln. Während ein Hund oder eine Katze laut Statistik des Deutschen Tierschutzbundes im Durchschnitt bereits nach drei Monaten weitervermittelt werden kann, dauert dies bei Reptilien nicht selten ein bis mehrere Jahre.

 

Herkunft der Tiere, die seit 2010 in der Reptilienauffangstation München aufgenommen wurden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So haben in der Summe alle seit 2013 bei uns abgegebenen ausgesetzten Tiere (trotz ihres relativ geringen Anteils am Gesamttierbestand) den Verein allein im Jahr 2016 Kosten in Höhe von 113.508,16 Euro verursacht. Ein stattliches Sümmchen, dass ausschließlich durch die Spendengelder tierlieber Menschen gedeckt werden konnte.

Zur Deckung dieser Kosten werden wir auch in Zukunft auf Ihre Unterstützung angewiesen sein. Sie können unsere Arbeit mit einer Vereinsmitgliedschaft, mit der Übernahme einer Tierpatenschaft und natürlich mit Sach- und Geldspenden unterstützen. Allen Spendern, die uns in den vergangenen Jahren die Rettung und Versorgung all dieser Tiere ermöglicht haben, möchten wir an dieser Stelle von Herzen danken!