39 Schlangen und 4 Leopardgeckos gerettet

Eine private Beschlagnahme im Landkreis München erhöhte wieder einmal auf traurige Weise den Tierbestand der Reptilienauffangstation München. In einer stark verschmutzten Privatwohnung wurden neben diversen Säugetieren auch 39 Schlangen und 4 Geckos aus nicht artgerechter Haltung befreit. Insgesamt wurden 14 Kornnattern und 25 Königspythons sowie 4 Leopardgeckos in die Auffangstation gebracht, untersucht und behandelt. Ein Phyton überlebte seine schweren, haltungsbedingten Verletzungen leider nicht.

„Es war kein schöner Anblick, wie meistens in solchen Fällen. Vom Geruch ganz zu schweigen“, so Thomas Türbl, Fachtierarzt in der Münchner Auffangstation für Reptilien. Kleine, aufeinandergestapelte Plastikboxen, sogenannte Racks, beherbergten in drei Räumen die z.T. über einen Meter langen Schlangen. In den meisten dieser Boxen befand sich neben dem Tier lediglich eine (leere) Wasserschüssel, viel Kot und als Unterlage ein meist nahezu unkenntliches Blatt Zeitungspapier.

Den meisten Tieren geht es trotzdem erstaunlich gut. Die vermutlich für den Internetverkauf bestimmten Schlangen waren in einem ordentlichen Allgemein- und Ernährungszustand. Bei den Königspythons wurden u.a. Milben festgestellt, gegen die sie behandelt werden. Ein Python hatte leider weniger Glück. Seine großflächige, stark entzündete Bauchwunde war trotz aller Behandlungsversuche nicht erfolgreich zu therapieren, sodass das Tier nach einigen Tagen verstarb.

„Immer wieder werden wir in unserer Station mit dieser Problematik konfrontiert. Die nicht artgerecht gehaltenen Tiere erleiden massiven Schaden und brauchen dringend Hilfe. Oft müssen sie dann auch langfristig behandelt werden. Wir tun diese wichtige Arbeit wirklich gern. Aber inzwischen platzen wir aus allen Nähten.“ Türbl hebt resigniert die Schultern. „Auf ein von uns vermitteltes Tier kommen zwei Neuzugänge jährlich. Und solange es solch unsachgemäße Haltungen gibt, wird sich daran auch nicht viel ändern.“

Daher fordert die Auffangstation nachdrücklich eine verbindliche Sachkunderegelung und stringente Ahndung solcher Fälle unter Ausschöpfung aller Möglichkeiten des Tierschutzrechtes, weist jedoch dezidiert darauf hin, dass diese Fälle keinesfalls das Gros der meist sehr guten Tierhaltungen in Privathand widerspiegeln.