60 kranke und verwahrloste Schlangen gerettet

Die Kontrolle einer privaten Tierhaltung durch das zuständige Veterinäramt, zu der zwei Mitarbeiter der Auffangstation für Reptilien, München e.V. als Sachverständige hinzugezogen wurden, brachte massive tierschutzrelevante Verstöße ans Licht. In acht Terrarien und zwei sogenannten „Racks“ hielt der 20-jährige Halter 60 Schlangen. Neben der viel zu beengten Unterbringung waren vor allem die hygienischen Zustände untragbar.

Kot, Harn und Häutungen stapelten sich neben und in total verdreckten Badebecken. Blut saugende Schlangenmilben wuselten über die Tiere. Thomas Türbl, Fachtierarzt für Reptilien, berichtet: „Wir müssen leider immer wieder erleben, dass Tierhalter versuchen, ihr Hobby durch die Zucht von ‚seltenen‘ Tieren zu finanzieren. Leider übernehmen sich diese ‚Züchter‘ in vielen Fällen und sind mit der Versorgung und Pflege ihrer zahlreichen Tiere schlichtweg überfordert. Das tragische Ergebnis wird dann oft nur zufällig sichtbar. Dank der unangemeldeten Kontrolle durch das Veterinäramt konnte den 60 Schlangen glücklicherweise weiteres Leiden erspart werden.“

Die 9 Nattern und 51 Riesenschlangen werden nun im Auftrag der Behörde von der Reptilienauffangstation verwahrt, kranke Tiere fachkundig behandelt und jedes einzelne gegen die Milben behandelt. Leider erbrachten die ersten Ergebnisse der Virusdiagnostik, dass der Bestand als Arenavirus positiv betrachtet werden muss. Die Riesenschlangen müssen nun in strenger Quarantäne bleiben und dürfen keinen Kontakt zu anderen Riesenschlangen bekommen. Für die Reptilienauffangstation bedeutet dies wiederum einen enormen Aufwand. Ein kompletter Raum ist nun als infektiös „gesperrt“. Die sowieso angespannte räumliche Situation verschärft sich damit weiter.

Dieser Fall zeigt erneut, wie dringend der Neubau der Reptilienauffangstation ist. Mehrere getrennte Quarantäneräume sind dringend nötig, um die teilweise große Anzahl der aufgenommen Tiere besser unterbringen zu können. Wichtig ist hier die strikte räumliche Trennung, damit möglicherweise infizierte, neue Tiere keinen Schaden bei schon vorhandenen Tieren anrichten können.

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