Äskulapnattern in ihrer Heimat wieder ausgewildert

aeskulapnatter_thumbEine der häufigsten Fragen bei den Führungen durch die Reptilienauffangstation ist die, warum denn all die Tiere nicht in ihre Heimatländer zurückgeschickt und wieder ausgewildert werden können. Dies hat v.a. zwei Gründe: Einerseits leben die Tiere in unserem Bestand bereits in der X-ten Generation in menschlicher Obhut, ihr Genom weicht also dank der diversen Zuchtbemühungen einiger Halter teils schon recht stark vom „Wild-Typus“ ab. Und andererseits hat dies auch mit dem Einschleppen von potentiellen Krankheitserregern in die Wildnis zu tun. Mit wenigen Worten: Man gefährdet Wildpopulationen.

Heute freuen wir uns ganz besonders, dass tatsächlich einmal zwei relativ seltene Tiere in ihr natürliches Habitat zurücküberführt werden können. Im Oktober vergangenen Jahres erhielten wir von Kroatienurlaubern zwei „blinde Passagiere“, die sich in das Gepäck der Reisenden eingeschlichen hatten, nämlich zwei junge Äskulapnattern. Diese konnten nun mit dem Einverständnis der zuständigen Bundesbehörde auf den Weg zurück in ihre Heimatregion Istrien geschickt werden. Ein Mitglied des Landschaftspflegeverbandes Ostallgäu e.V. hat sich freundlicherweise dazu bereit erklärt, die Tiere mitzunehmen und genau an dem Campingplatz wieder auszuwildern, wo sie ihre Reise begonnen haben.

Während die Bestände der Äskulapnatter (Zamenis longissimus) in Süd- und Südosteuropa noch weitgehend stabil sind, gelten die Tiere hier in Deutschland als stark gefährdet. Sofern also aus genetischen und tierhygienischen Gründen nichts gegen eine Wiederauswilderung in der Herkunftsregion spricht, sollte man diese auf jeden Fall in Betracht ziehen. Wie schon viele Male zuvor hat sich für uns auch in dieser Situation das Bundesamt für Naturschutz als zuverlässiger und kompetenter Ansprechpartner erwiesen. Die Behörde muss im Falle einer geplanten Auswilderung grundsätzlich immer informiert werden und dieser auch zustimmen. Wir danken allen Beteiligten für die unkomplizierte und gute Zusammenarbeit.

 

 

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