Auffangstation übernimmt fünf Klapperschlangen aus Berlin

Wald-Klapperschlange_thumbEin 36-jähriger Berliner wurde von seinem Vermieter aufgefordert, die Wohnung zu räumen. Als der Vermieter nach erfolgter Räumung Anfang Oktober schließlich die Wohnung betrat, fand er 19 Klapperschlangen vor. Nach langen Vermittlungsschwierigkeiten sind fünf der Tiere nun in die Räumlichkeiten der Auffangstation für Reptilien, München e.V. eingezogen.

„Die Haltung von Klapperschlangen und anderen Gefahrtieren ist in Berlin generell verboten“, erläutert Dr. Markus Baur, der Leiter der Auffangstation. „Der Vorfall zeigt jedoch, dass solche Verbote wirkungslos sind. Wer sich Klapperschlangen halten will, kann sie trotzdem problemlos in einem Nachbarland oder per Klick im Internet einkaufen und per Post zugestellt bekommen.“
Eine Alternative zu dem Haltungsverbot sieht Baur stattdessen in der Einführung einer Sachkunde- und Meldepflicht, die für die Halter so praxistauglich und unbürokratisch wie möglich gestaltet sein muss: „Auf diese Art hätten die Behörden einen deutlich besseren Überblick, wie viele und welche Tiere in welcher Wohnung gehalten werden, und könnten im Fall der Fälle auch entsprechend besser reagieren. So jedoch müssen die Amtsveterinäre jeden Tag aufs Neue mit einer solchen Überraschung rechnen – und mit dem Problem, die Tiere anschließend nicht vermitteln zu können.“

Und tatsächlich gestaltete sich die artgemäße Unterbringung des außergewöhnlichen Fundes zunächst sehr schwierig. Der Berliner Zoo hatte eine entsprechende Anfrage der zuständigen Veterinärbehörde sofort abgelehnt.
Über Umwege setzte sich die Behörde schließlich mit uns in Verbindung und bat um Amtshilfe. Kurz darauf konnte außerdem ein sachkundiger Privathalter aus Brandenburg ermittelt werden, der sich bereit erklärte 14 Schlangen zu übernehmen. Die verbliebenen fünf Tiere – eine Diamant-Klapperschlange, eine Rote Diamant-Klapperschlange, eine Wald-Klapperschlange, sowie zwei Oregon-Klapperschlangen – sind nun in München angekommen und dürfen fortan die Pflege der erfahrenen Stationstierpfleger genießen.

 

 

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