Bereits drei Übernahmen von Tierbeständen mit Giftschlangen

Wir sind eine der wenigen offiziellen Stellen in Deutschland bei der auch potentiell gefährliche Tiere (in Bayern nach LStVG Art. 37) abgegeben und sicher untergebracht werden können. In den ersten Wochen des Jahres 2018 wurde diese Möglichkeit bereits dreimal genutzt.

Untersuchung Klapperschlange

Untersuchung und Behandlung einer Klapperschlange

Durch einen Bißunfall schwebte der neunzehnjährige Halter von mehreren Giftschlangen, der diese zudem illegal gehalten hatte, kurzzeitig in Lebensgefahr. Er hat seinen illegalen Bestand an Tieren nun an uns auf behördlichen Druck abgeben muessen. Es handelt sich hierbei neben zwei afrikanischen Ringhalskobras um fünf Grubenottern (Bothrops) aus Suedamerika.

Ebenso rief uns die Tochter eines verstorbenen Giftschlangenhalters um Hilfe. Die vier Klapperschlangen wurden von uns vor Ort fachkundig eingefangen, sicher verpackt und zu uns transportiert.

Aus Baden Württemberg kamen schlussendlich noch 10 Tiere aus einem Beziehungsdrama. Nach der Trennung ließ der Halter seine Reptilien, darunter auch eine Klapperschlange, drei Sandrasselottern und mehrere Weißlippenbambusottern, ungesichert und unversorgt bei der nicht sachkundigen Ex-Lebensgefährtin zurück. Das eingeschaltete Veterinäramt trat mit der Bitte an uns heran, die Tiere zu übernehmen. Leider befinden sich die Tiere in einem desolaten Zustand. Alle sind massiv mit Milben befallen. Gerade bei Giftschlangen ist eine Therapie, bei der man teilweise täglich mit dem Tier hantieren muss, sehr aufwendig und personal- / zeitintensiv. Wir hoffen, dass sich die Tiere bei uns schnell erholen und wieder vollständig genesen werden.

So wurde unser Gafahrtierraum, der sowieso schon immer gut besetzt ist, wiederum noch “voller”. Umso dringender ist es, dass die neue Giftschlangenanlage fertig wird. Wir werden in den kommenden Wochen darüber berichten, wie wir die drei Räume umgebaut und in ihnen Terrarien für Giftschlangen aufgebaut haben. Leider wird es sich noch etwas hinauszögern, bis wirklich Tiere in die neue Anlage einziehen werden können. Aber gerade, wenn es um potentiell gefährliche Tiere geht, muss im Vorfeld alles hundertprozentig durchdacht und umgesetzt sein. Vielen Dank an dieser Stelle schon mal unseren Sponsoren dieses großen Projektes: Elektro Hanslmaier, Import-Export Peter Hoch und allen voran dem Deutschen Tierschutzbund, die uns maßgeblich bei dem Bau der neuen Giftschlangenanlage unterstützt haben.

Trotz eines strengen Verbotes für die Haltung und den Besitz von Gefahrtieren nach Art. 37 LStVG (in Bayern) ist es ein leichtes, z. B. Giftschlangen zu erwerben und diese illegal zu halten. Passiert nichts, fallen die Tiere nicht auf. Für Rettungskräfte dagegen ist die hieraus entstehende Intransparenz höchst gefährlich Die Auffangstation spricht sich daher seit Jahren für eine Auflockerung der Teil-Regelung im LStVG aus, die Halter zwingt, ein sogenanntes berechtigtes Interesse zu belegen. Viel wichtiger, so sieht es die Auffangstation, wäre es, weit mehr Gewicht auf die Tierhaltersachkunde und die Zuverlässigkeit von Haltern zu legen, grundsätzlich eine Haltung zu ermöglichen, diese dann jedoch engmaschig Kontrollen und strikten Auflagen zu unterwerfen. Regelungen heißt die Auffangstation dezidiert willkommen und befuerwortet diese vehement. Ohne Transparenz jedoch ist sinnvolles Regeln und Begrenzen augenscheinlich kaum möglich.

Falls auch Sie Interesse an Giftschlangen haben, aber privat nicht unbedingt eine zuhause haben wollen/können: wir bieten die Möglichkeit Patenschaften für Kobra und Co. zu übernehmen.