Die Reptilienauffangstation informiert zum Schildkröten-Tag

Am heutigen 23. Mai ist der internationale „Tag der Schildkröte“, an dem weltweit auf die Bedrohung vieler Schildkrötenarten in ihrem natürlichen Habitat aufmerksam gemacht werden soll.  Auch die Münchner Reptilienauffangstation möchte diesen Tag nutzen, um auf das Leiden zahlreicher Schildkröten hinzuweisen – allerdings leben diese nicht in der freien Wildbahn, sondern als Heimtiere in menschlicher Obhut oder ausgesetzt im benachbarten Weiher.

Gerade die Griechische Landschildkröte und die verschiedenen Schmuckschildkrötenarten gelten unter den Reptilienhaltern nach wie vor als die mit Abstand beliebtesten Exoten. Leider wird an vielen Stellen im Internet und auch von einigen Händlern noch immer suggeriert, dass die Haltung dieser Tiere ohne viel Aufwand problemlos möglich sei. Die weit verbreiteten Fehlinformationen zur Haltung sowie die Unkenntnis vieler Halter werden den Tieren zum Verhängnis: Gesundheitliche Beeinträchtigungen, Fehlbildungen oder sogar der Tod des Tieres können die Folge sein. Ein weiteres Problem ist, dass insbesondere Kinder nach einer spontanen Anschaffung schnell die Lust an der Tierpflege verlieren. Anderen Haltern wachsen die laufenden Kosten über den Kopf oder das Tier wird ihnen schlicht viel zu groß.
Doch statt ihren ehemaligen „Liebling“ im Tierheim oder in der Auffangstation für Reptilien, München e.V. abzugeben, setzen immer mehr Menschen ihr Tier einfach im nächsten Weiher, Fluss oder Wald aus. Nicht selten reden sich die vermeintlich verantwortungsbewussten Menschen dabei ein, dass ihr Tier nun in der „Großen Freiheit“ sei, wo es ihm viel besser ergehe.
Leider entspricht diese Auffassung in keiner Weise der Realität, da die Exoten ein ganz anderes Klima gewöhnt sind. Im kühl-feuchten Deutschland erleiden Schildkröten häufig Organschäden und Erfrierungen, die nach einigen Monaten oder Jahren zum Tod des Tieres führen. Und doch sitzen die Schildkröten inzwischen in fast jedem deutschen Gewässer, wie die Resultate der Aufklärungskampagne „Mission: Turtle Spotter“ zeigen.

Um ein Reptil von vornherein artgerecht, sachkundig und leidfrei halten zu können, empfiehlt die Reptilienauffangstation deshalb dringend, sich bereits im Vorfeld sehr ausführlich über das Wunschtier zu informieren und bei Bedarf einen Termin für ein Beratungsgespräch mit uns zu vereinbaren. Kommt man schließlich zu der Erkenntnis, dass man die laufenden Kosten nicht stemmen kann, nicht genügend Platz hat oder ein Tier nicht so lange halten möchte (bei guter Pflege ca. 80 Jahre), sollte man von einer Anschaffung absehen.
Natürlich kann es trotz der besten Vorbereitungen und Absichten dennoch immer wieder mal dazu kommen, dass man sein Heimtier aus persönlichen Gründen abgeben muss. In diesem Fall sollten Halter ihre Schildkröte auf keinen Fall in der Natur aussetzen – nebenbei bemerkt ist dies gesetzlich verboten und kann mit einer hohen Geldstrafe geahndet werden – sondern es stattdessen in einem Tierheim oder bei uns abgeben.

 

 

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