Ein trauriger Tag in der Auffangstation

BertEine traurige Nachricht: Am Montag, den 24. Februar, ist Chamäleon Bert von uns gegangen.

Kaum ein Besucher oder Führungsteilnehmer kennt ihn nicht: Bert, das uralte, dreibeinige Jemenchamäleon. 2006 kam er – bereits erwachsen – zu uns, als Unfallopfer von der Feuerwehr eingeliefert, notoperiert und Intensivpatient. Ein Beutegreifer hatte ihm ein Hinterbein abgebissen, ein Drittel des Schwanzes fehlte und der Helm war bis auf einen kleinen Rest abgefressen worden. Nach erfolgreicher OP lebte das Chamäleon behindertengerecht bei uns.

Schon damals dachten wir, ein so altes Tier könne kaum mehr vermittelt werden. So blieb er bei uns, verbrachte die Sommer im Garten in der Kaulbachstraße und die Winter im Gaze-Terrarium. Die Jahre vergingen und wir haben ihn bei Führungen, wo Bert einer der erklärten Lieblinge unserer Besucher war, als Methusalem unter den Chamäleons beschrieben.

Nachdem er uns insgesamt weit über sieben Jahre begleitet hat, wurde Bert zusehends alt. Klappriger Gang, senile Fortbewegung, altersbedingte Weh-Wehchen kamen hinzu, das Erbeuten von Futterinsekten fiel schwer, aber nach wie vor schmeckte es ihm. Lange prophezeit, jedoch nie für aktuell anstehend betrachtet, ist er am Montagmorgen nicht mehr aufgewacht. Der Tod unseres Methusalem trifft uns, denn wir alle mochten das skurrile Tierchen mit all seinen Marotten (er trank aus stehendem Wasser, auch aus Aquarien) und sein Tarnungstalent ist in der Auffangstation legendär.

Trotzdem kann er als positives Beispiel dafür gelten, wie langlebig Jemenchamäleons bei guter Pflege und Betreuung sein können und dafür, dass auch nach schweren Traumata ein langes und artgemäßes Leben möglich ist. Wir jedenfalls haben uns sehr gefreut, ihn so lange Zeit in unserer Mitte zu haben und all die vielen schönen Erfahrungen mit ihm gemacht zu haben.

 

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