Ich muss mein Tier leider abgeben

Sie wollen oder müssen Ihr(e) Tier(e) aus privaten Gründen abgeben? Grundsätzlich ist eine Abgabe von Tieren aus Privathaushalten in der Auffangstation für Reptilien wie in einem Tierheim möglich.

Allerdings können wir leider nicht jederzeit jede Tierart oder jede Anzahl an Tieren aufnehmen, da dies davon abhängig ist, ob wir ausreichend Platz und Ressourcen für die jeweilige Tierart, das betroffene Individuum oder die Tiergruppe haben bzw. ob Ihr(e) Tier(e) vergesellschaftet werden können. So kann es zwar möglich sein, dass wir beispielsweise eine kleine Schlange, jedoch keine Riesenschlangen oder Großechsen, dafür aber bestimmte Schildkröten (andere dagegen nicht) aufnehmen können. Daher müssen wir Sie dringend bitten, uns rechtzeitig im Vorfeld der Abgabe zu informieren, damit wir planen können. In einigen Fällen müssen wir Sie ggf. über einen längeren Zeitraum „vertrösten“, da Unterbringungsmöglichkeiten nur dann frei werden, wenn uns ein entsprechendes Tier wieder verlässt. Grundsätzlich raten wir daher dazu, die Abgabe zunächst selbst, z.B. über geeignete Internetplattformen, Tierhalterverbände etc. zu versuchen.

Die Auffangstation wird vom Freistaat Bayern im Rahmen einer Ausgleichsförderung mit finanziert, was auch dazu führt, dass wir satzungsgemäße Aufgaben für den Freistaat Bayern vorrangig erfüllen müssen. Hierzu zählt primär die Aufnahme und Verwahrung von behördlich weggenommenen Tieren. Zudem sind wir vertraglich verpflichtet, ausgesetzte und aufgefundene Tiere aufzunehmen und hierfür ausreichende Ressourcen verfügbar zu halten. Somit können wir leider nicht jederzeit Abgabetiere bei uns aufnehmen. Wir haben für deren Haltung, Pflege, Versorgung und tierärztliche Betreuung keine eigenen Mittel zur Verfügung, sondern müssen diesen kostenaufwändigen Teil unserer Arbeit ausschließlich über Spendengelder finanzieren.
Wir müssen Sie daher – wie jedes Tierheim bei “normalen“ Haus- und Heimtieren auch – bei der Abgabe Ihres/Ihrer Tier(e) um eine angemessene, möglichst kostendeckende Spende bitten.

Um Ihnen eine Vorstellung davon zu geben, welche potentiellen Kosten uns durch ein gesundes Abgabetier entstehen, müssen wir Sie darauf hinweisen, dass sämtliche Tiere bei uns zunächst quarantänisiert werden müssen. Zusätzlich ist eine parasitologische Untersuchung von Kot notwendig. Ebenso eine Blutuntersuchung, um Organschäden auszuschließen oder gezielt behandeln zu können. Eine Untersuchung auf relevante Virusinfektionen wird bei verschiedenen Tierarten ebenso notwendig. Insgesamt entstehen Kosten von gut 100,- €. Sehr häufig sind Tiere, die bei uns abgegeben werden, „Massentiere“, v. a. Bartagamen, Wasserschildkröten, Grüne Leguane, Leopardgeckos, die leider nicht sehr gesucht sind, wodurch sie teilweise sechs Monate bis ein Jahr bei uns bleiben, bevor wir sie vermitteln können. Hierdurch fallen Kosten für Tierpfleger, Futter, Wasser, Energie und Platz an, die – hochgerechnet- ebenfalls erheblich sein können. Ein mittelgroßer Tigerpython oder ein Grüner Leguan (männlich, unkastriert) verursacht insgesamt Kosten von 300-500,- € im Jahr. Daher sind wir leider gezwungen, bei privaten Abgaben eine entsprechende, möglichst kostendeckende, Spende zu erbitten. Wir bitten hierfür im Interesse der Tiere um Ihr Verständnis.