Minister Huber eröffnet Deutschlands größtes Schildkrötenrefugium

Chelonia-Eroeffnung1Die Auffangstation für Reptilien, München e.V. erweitert ihre Kapazitäten. Um der Masse an Schildkröten Herr zu werden, werden derzeit zwei ehemalige Gewächshäuser in Schildkrötenhabitate umgewandelt. Die Eröffnung des ersten, bereits fertig gestellten Hauses nahm gestern Vormittag der Bayerische Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Marcel Huber vor.

Jahrelang waren die Räumlichkeiten der Auffangstation für Reptilien in der Münchner Innenstadt ausgelastet, und der Druck weitere Tiere aufzunehmen wurde zusehends größer. Deshalb bemühte sich der gemeinnützige Verein in den letzten Monaten um eine angemessene Alternative.
Seit Anfang dieses Jahres stehen der Auffangstation zur Lösung des Problems zwei ausgediente Gewächshäuser in München-Freimann zur Verfügung. Die Voraussetzungen, um ein subtropisches Klima für die vielen Land- und Wasserschildkröten der Station zu schaffen, sind dort ideal.

„Das Hauptproblem sind die zahlreichen Schmuckschildkröten“, erklärt Dr. Markus Baur, Leiter der Auffangstation. „Jahrelang wurden sie als niedliche Babyschildkröten zu sehr günstigen Preisen massenhaft verkauft. Inzwischen sind viele der Tiere ihren Besitzern jedoch zu groß und zu gefräßig geworden, weshalb die Leute sie in öffentlichen Gewässern aussetzen oder zu uns bringen.“ Die Vermittlungschancen für diese Tiere sind sehr schlecht, weshalb der Bestand in der Auffangstation zuletzt immer weiter angestiegen ist.

Die Umbaumaßnahmen des ersten Hauses für die Wasserschildkröten sind abgeschlossen, und über 200 Schmuckschildkröten haben bereits ihr neues Zuhause bezogen. Aber auch exotischere Arten dürfen nun die neuen Teiche erkunden: Rund ein Dutzend Schnappschildkröten, drei Geierschildkröten und sogar zwei Alligatoren haben sich bereits eingewöhnt. Sie alle wurden zuvor in der Kaulbachstraße gehalten und durften nun die neuen, großzügigeren Teiche beziehen, wo sie bis zu ihrer Vermittlung unter artgemäßen Bedingungen leben können.

Die feierliche Eröffnung hat Staatsminister Huber persönlich vorgenommen, denn das Projekt ist ihm ein wichtiges Anliegen. „Die Reptilienauffangstation leistet einen unverzichtbaren Beitrag zum Tier- und Artenschutz und unterstützt die Behörden bei Aufgaben der Öffentlichen Sicherheit und Ordnung“, erläutert Dr. Huber. „Sie ist eine Einrichtung, die in dieser Form in Deutschland einzigartig ist. Ich begrüße es ausdrücklich, dass durch die neue Anlage eine Möglichkeit geschaffen wurde, die immer zahlreicher werdenden abgegebenen und ausgesetzten Schildkröten artgemäß unterbringen zu können.“

 

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