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“Wilde Säuger”:
Der Blog der Reptilienauffangstation

Was machen Säugetiere in einer Reptilienauffangstation?
Ein nicht unerheblicher Anteil unserer Tiere stammt aus behördlichen Beschlagnahmen. Leider kommt es regelmäßig vor, dass die Veterinärbehörden privat gehaltene Heimtiere v.a. aus Tier- und Artenschutzgründen wegnehmen müssen. Bei diesen Beschlagnahmen fallen neben Reptilien und Amphibien auch immer häufiger exotische Säuger an, die die “normalen” Tierheime jedoch vor große Herausforderungen stellen. Deshalb haben wir uns vor einiger Zeit dazu entschlossen, auch diesen Tieren ein neues, artgemäßes Zuhause bieten zu wollen.

 

Kuschelfaktor vs. Artgerechte Haltung
Gerade unter den exotischen Säugern gibt es einige Tierarten und Tiergruppen, die die Menschen zunehmend faszinieren und die deshalb auch vermehrt gehalten werden. Ein gutes Beispiel hierfür sind Waschbären, Nasenbären oder auch kleine bis mittelgroße Primaten, wie unsere Weißbüscheläffchen und Schneeaffen. Eine wirklich artgerechte Haltung solcher Tiere ist aber gar nicht so einfach und kann die Halter im schlimmsten Fall komplett überfordern.

Um einen kleinen Eindruck von der Komplexität einer solchen Haltung zu geben, möchten wir an dieser Stelle ein wenig von unserer täglichen Arbeit mit diesen Tieren berichten:

 

 

Reineke Fuchs mal Vier…….

7. September 2016

Kürzlich haben wir vier Rotfüchse in unsere Obhut bekommen. Die etwas verschüchterten Tiere haben sich gut eingelebt und genießen ihre neue Anlage. Unter den vier Tieren ist eine schwarze Farbvariante des Rotfuchses, der sogenannte “Silberfuchs”.

Langsam aber sicher nehmen die Füchse auch etwas an Gewicht zu, welches bei Ankunft leider sehr gering war.

Durch abwechslungsreiche Kost (Mäuse, Hühner, Insekten, Obst und Gemüse) fehlt es den sehr schlauen Tieren an nichts.

In Kürze mehr über diese witzigen Gesellen…..



Viel Glück im neuen Zuhause…..

2. Juli 2016

In den letzten zwei Wochen haben uns einige Tiere verlassen. Sie alle haben ein tolles neues Zuhause gefunden.

Unser letzter Streifenskunk “Axe” und der Nasenbär “Nelfried” haben auf einem Tierschutzhof in Hessen eine neue Bleibe gefunden. In Kürze teilen sich beide je ein Gehege mit Artgenossen. Auch der bis dato allein gehaltene Weißbüschelaffe “Nielsson” konnte auf dem Hof in einer Kastratengruppe unterbracht werden.

Die drei Waschbärmädels, welche Anfang 2015 in die Station kamen, sind “ausgewandert”. Sie beziehen ein tolles, nagelneues Gehege bei einer netten Familie in der Schweiz.

Das Kurzschwanz-Opossum-Pärchen und einer der männlichen Igeltanreks durften zu erfahrenen Kleinsäugerhaltern nach Sachsen ziehen.

Wir freuen uns, dass in kürzester Zeit insgesamt 9 unserer Säuger in artgerechte Haltungen vermittelt werden konnten.

So macht Tierschutz Spass ! ! !



Auf die Bälle, fertig, los….

22. März 2016

Als äußerst vergnügliche Beschäftigungsalternative (für Mensch und Tier) hat sich bei unseren Zwergmangusten das Bällebad erwiesen.

In einer großen Wanne gefüllt mit bunten Bällen werden eine handvoll “Mehlwürmer” versteckt. Die kleinen Raubtiere müssen richtig “eintauchen” um an die Leckereien zu gelangen. Hier sind unsere vier Mangusten teilweise bis zu 2 Stunden beschäftigt. Optimal um Langweile gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Zwergmangusten kommen ursprünglich aus Afrika und sind die kleinsten Vertreter ihrer zoologischen Familie (Mangusten). Sie erreichen eine Kopfrumpflänge von ca. 20-25cm. Hinzu kommt noch ein rund 15cm langer Schwanz. Mit ca. 250 – 400 Gramm gelten die kleinen als ausgewachsen. Sie ernähren sich von Insekten, kleinen Wirbeltieren und Vogeleiern – verschmähen aber auch Obst und Gemüse nicht.



Einfach bärig…. – Neuer Bewohner im Säugerbereich

14. März 2016

Vor kurzem haben wir einen Nasenbären vom Münchner Tierschutzverein übernommen. Es handelt sich um ein potentes Männchen mit ausgesprochen viel Energie. Er hat sich bei uns gut eingelebt und lässt sich super für die verschiedensten Dinge begeistern. Egal ob es die Fütterung von Insekten oder eine versteckte Futterportion in einem hängenden Kanister ist  –  der kleine Bär ist voll dabei.

Nasenbären stammen aus Südamerika und gehören zoologisch zur Familie der Kleinbären. Sie ernähren sich hauptsächlich von Früchten, aber auch von Insekten und kleinen Wirbeltieren. In menschlicher Obhut erreichen südamerikanische Nasenbären ein durchschnittliches Alter von 10 – 15 Jahren.

Das Bärchen kann in unserer Außenstelle im Münchner Tierheim gerne besucht werden.

(Fotos: Norbert Schacher – www.tier-im-bild.de)

Kanister mit Futter bestückt als “Bären-Enrichment”

Südamerikanischer Nasenbär



Beschäftigung durch Futtersuche

29. Februar 2016

Unsere beiden Japanmakaken “Alison” und “Aoki” werden täglich durch verschiedene Methoden beschäftigt. Dies dient zum einen der geistigen Auslastung und zum anderen wird der Langeweile vorgebeugt.

In diesem Fall nutzen wir die Methode “Beschäftigung durch Futtersuche”. Die beiden Affen bekommen in ihrem Gehege geraspelte Karotten und Pastinaken verteilt. Vorteil des zerkleinerten Futters ist, dass über einen längeren Zeitraum gesucht werden muss und nicht alles sofort am Stück vertilgt wird.

 (Fotos: Norbert Schacher – www.tier-im-bild.com)

Alison schmeckt es offensichtlich

Aoki “sortiert” sein Futter

 



Gestatten: Schneeaffenmann “Aoki”

14. Januar 2016

Schneeaffe "Aoki"

Aoki hat seine Besucher immer sehr genau im Blick.

Parallel zur Eingewöhnungsphase unserer neuen Affendame “Alison” machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Männchen für sie. Schneeaffen, die auch Rotgesicht- oder Japanmakaken genannt werden, sind wie alle Makakenarten sehr gesellig und brauchen in einer artgemäßen Haltung eine entsprechende Sozialstruktur.

Also fragten wir in verschiedenen deutschen Zoos an, ob sie von dieser Art ein einzelnes Männchen mittleren Alters haben, das wir mit Alison vergesellschaften könnten. Gar nicht so einfach, denn Schneeaffenhaltungen gibt es nicht sehr viele in Deutschland. Aber dann wurden wir doch noch auf “Aoki” aufmerksam.

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Kennen Sie schon unsere Schneeaffendame “Alison”?

14. Januar 2016

Schneeaffe "Alison"

Ein knallrotes, aber süßes Gesicht: Alison

“Alison” ist ein klassischer Fall einer “erzwungenen” Abgabe von einem Privathalter. Erzwungen deshalb, weil die Haltungsbedingungen eigentlich so schlecht waren, dass die zuständige Veterinärbehörde das Tier nach geltendem Recht hätte beschlagnahmen MÜSSEN. Da die Behörden bei Beschlagnahmen aber generell in finanzielle Vorleistung treten müssen, versuchen sie dies natürlich zu vermeiden und setzen stattdessen den Halter unter Druck. Die Auffangstation für Reptilien, München e.V. erhält in diesem Fall keinerlei Kostenerstattung, sondern bleibt auf den Kosten leider gänzlich sitzen.

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