Newsletter 02/2019

Auch im Jahr 2019 begegnen uns die „neuen alten“ Themen wie beispielsweise Animal Hoarding – ein Problem, das uns mit zunehmender Häufigkeit betrifft. Bei uns in der Station landen immer wieder Tiere aus solchen Fällen. Wir versuchen diesbezüglich Aufklärung zu leisten und stehen den Medien immer wieder Rede und Antwort, so auch dem BR in der Abendschau am 27. Februar: https://www.br.de/…/programmkalen…/ausstrahlung-1682100.html

Und hier nun die aktuellen Ereignisse der letzten Wochen:

Unser „täglich Brot“:

Wir sind regelmäßig im Auftrag verschiedener Behörden bei Begehungen von Tierhaltungen als Sachverständige mit vor Ort.
So auch im Februar in Nordbayern. Eine Kommune hatte uns gebeten sie zu unterstützen, da ein Halter eine potentiell gefährliche Riesenschlange angezeigt hatte.
Das Landesstraf- und Verordnungsgesetz regelt in Bayern die Haltung von „Gefahrtieren“. Die genehmigungspflichtige Schlange war in diesem Fall eine Gelbe Anakonda (Eunectes noteus). Das Tier befindet sich schon seit 1997 im Besitz und wird vom Halter fachkundig gepflegt und ist tier- sowie verhaltensgerecht untergebracht. Durch einen Umzug in eine andere Gemeinde wurde die erneute LStVG-Genehmigung nötig. Bei der heutigen Begehung wurden keine Mängel festgestellt und der Halter wird seine „gefährliche“ Schlange sehr wahrscheinlich weiter offiziell halten dürfen.

Gerade bei Riesenschlangen, die auf der „Liste“ stehen, wäre es sehr wünschenswert, wenn diese Ausnahmen des öfteren von den Behörden erteilt würden. Für uns ist es sonst sehr schwer, gerade Tigerpythons und Netzpythons an gute Halter zu vermitteln.

Aktuell haben wir auch noch zwei Gelbe Anakondas hier, die wir gerne an geeignete zuverlässige Halter vermitteln wollen.

Und wer keine Genehmigung erhält, aber dennoch solch eine große Riesenschlange ab und an besuchen will: Für den wäre eine Patenschaft vielleicht das Richtige:

 

Patenschaften:

Lola Paltinger ist nicht nur Patin der beiden Waschbären-Teenies Clara und Lovis, bei ihr darf seit einiger Zeit auch eine Bartagame von uns leben. Das schön strukturierte große Terrarium steht direkt im Atelier, so dass die tagaktive Echse sicherlich den ein oder anderen „Promi“ beobachten kann, der sich von Lola neu einkleiden lässt.

Vielen Dank an Lola, dass sie der Bartagame eine zweite Chance gegeben hat. Sie unterstützt uns schon seit Jahren. Auch auf ihrer Homepage ist ein Bereich über uns zu finden: www.lolapaltinger.de/de/charity/reptilienauffangstation

Und vielleicht überlegt sich der ein oder andere dann, während das Dirndl angepasst, oder die Lederhose in Form gebracht wird, auch eine Patenschaft für einen Exoten von uns zu übernehmen oder sogar ein Tier zu adoptieren. Wer weiß …

Danke Lola!


Erstes Urlaubsopfer 2019 vom Flughafenzoll sichergestellt:

In Marokko gewildert, auf dem Basar an Touristen verramscht, tierschutzwidrig geschmuggelt, um in Deutschland langsam zu sterben …

Bei der Routine-Kontrolle von Flugpassagieren aus Nordafrika wurde in der Handtasche einer deutschen Reisenden ein Kartonschächtelchen festgestellt, das Luftlöcher aufwies. Ein Tier? In der winzigen Schachtel befand sich eine kleine Schildkröte. Das arme Tier konnte sich darin nicht bewegen und den Kopf nicht ausstrecken, passte gerade so in das Kistchen hinein – und konnte somit nicht auf sich aufmerksam machen, weil es bewegungsunfähig keine Kratzgeräusche verursachen konnte, die eventuell aufgefallen wären …

Tunesische Landschildkröten werden leider immer noch auf Märkten unüberlegt gekauft und dann ins Heimatland illegalerweise mitgenommen. Auch wenn die Tiere „aussehen wie ein Grieche“ haben sie doch weitaus höhere Ansprüche. Deswegen leiden sie oft unter der falschen Haltung und versterben nicht selten früher oder später beim überfroderten Halter. Lassen Sie also bei Ihren Urlaubsreisen unbedingt die Finger von dort angebotenen Tieren!

Eine ausführliche PM finden Sie hier: www.reptilienauffangstation.de/erstes-urlaubsopfer-vom-flu…/

 

 

Ein herzliches Dankeschön für Unterstützung und Hilfe:

Wir bedanken uns bei Pflanzen Ries für die Spende von jeder Menge „tollem Grünzeug“. Es ist uns sehr wichtig, dass wir für unsere Tiere immer wieder neue Reize in die Terrarien einbringen. Viele Reptilien riechen sehr gut und beschäftigen sich lange mit neuen Düften. Neben Gegenständen aus der Natur nutzen wir die nicht mehr zum Verkauf geeigneten Pflanzen, um die Terrarien nun wieder neu zu begrünen.

Sachspenden von Firmen – Futter, Pflanzen, Technik, medizinischer Bedarf, Dienstleistungen – nehmen wir sehr gerne an! Bitte einfach bei uns nachfragen, wenn Sie uns ebenfalls wie Pflanzen Ries unterstützen wollen!

 

Positives Ergebnis unseres Gefahrtierkurses für die Bundeswehr – Schlangenphobie ade:

Oberstabsveterinär Dr. Tessa Carina Heil bezeichnete sich selbst durchaus als Schlangenphobikerin, der schon die Vorstellung, sich mit einem solchen Tier im selben Raum zu befinden, noch bis vorletzte Woche Schweißausbrüche verursachte. Doch was hilft’s, wenn es um den Auslandseinsatz der 35jährigen Soldatin geht?  Denn Voraussetzung für den Einsatz ist die intern als „Giftschlangenkurs“ bekannte Gefahrtierschulung von Dr. Marks Baur in der Reptilienauffangstation.

Hier geht es darum, die (Gefahr-)Tiere des Einsatzlandes zu erkennen und mit ihnen im Sinne des deutschen Tierschutzrechts umzugehen, da im Camp deutsches Recht gilt – für Mensch und Tier. Und so lernen Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr den Umgang mit exotischen Gefahrtieren sowohl zum Eigen- und Fremdschutz als auch zum Wohl der Tiere. Für Frau Oberstabsveterinär Dr. Tessa Carina Heil waren die 3 Kurstage anfangs eine große Überwindung, doch mithilfe von Markus Baur überwand sie ihre Angst vor Schlangen und machte, wie sie selbst sagt, die überwältigende Erfahrung, erstmals eine Schlange zu berühren. Nachdem diese Hürde genommen war, gelang es unter behutsamer Anleitung, schrittweise ein Gefühl für Tier und Situation zu entwickeln und den Kurs in der Gewissheit abzuschließen, auch im „Ernstfall“ durchaus gewappnet zu sein.

Um bis zum nächsten Newsletter aktuelle Neuigkeiten aber auch dringende Hilfegesuche nicht zu verpassen, einfach auf Facebook und Instagram regelmäßig vorbeischauen.

Herzliche Grüße,
Ihr Team von der Auffangstation für Reptilien, München e.V.

P.S.: Gerne dürfen Sie auch weiterhin auf unserer Amazonwunschliste stöbern. Es wurden erneut einige Dinge von Ihnen gekauft und wir haben die Liste weiter ergänzt. Danke vielmals für Ihre Unterstützung!

Unsere verschiedenen Projekte präsentieren wir bei Betterplace dort kann man direkt für einzelne Projekte, z.B. unseren Neubau spenden.