Newsletter 3/21

Wir starten mit neuer Energie und einigen Neuigkeiten aus der Station in den Sommer!

Wir haben fleißig an unseren Außenanlagen in der Kaulbachstrasse gearbeitet und machen nun in Chelonia in Freimann und im Exotenhaus in Riem weiter. Der Schnappschildkröten-Teich sollte in den nächsten Wochen endlich fertig werden! Da unser Schnappschildkröten-Bestand stetig wächst und die Männchen getrennt voneinander gehalten werden müssen, wird der Bau in jeder Hinsicht eine Herausforderung. Im Exotenhaus wurden die Aussengehege komplett erneuert und um Volieren erweitert.

Das erste Halbjahr 2021 ist fast vergangen. Wir können leider immer noch nicht schlussendlich mitteilen, wann und in welcher Form die Mitgliederversammlung 2020 nachgeholt und die von 2021 ordnungsgemäß abgehalten werden kann. Wir hoffen in den nächsten Tagen hierzu eine Entscheidung treffen zu können und Ihnen dann schnellst möglich das Datum der Jahresversammlungen mitteilen zu können. Bis dahin finden Sie alle Informationen aus dem Jahr 2020 in unserem Jahresbericht. 

Im Bereich Vermittlungen haben wir Gutes zu vermelden: im Mai konnten wir 60 Tiere vermitteln, im Juni schon über 30 Tiere! Allerdings mussten wir auch wieder viele herrenlose Tiere aufnehmen, unter anderem eine wilde Savannah-Katze, deren Haltung und Unterbringung uns vor große Herausforderungen stellt. 

Ganz frisch aus der Druckerei kommt unsere neue Broschüre „Schildkröten im Tierschutz“, die ab sofort käuflich zu erwerben ist.

Dies und weitere Themen finden Sie in unserem heutigen Newsletter. Viel Spaß beim Lesen!

Ein neues Zuhause für unsere Schnappschildkröten

Unser Bestand an Schnappschildkröten wächst stetig, in Chelonia wird es immer enger – ein neues Außengehege muss her! Da die Tiere aber nicht einfach so gemeinsam in einem Teich friedlich nebeneinander her leben können, sondern getrennt voneinander gehalten werden müssen, ist der Bau einer Außenanlage garnicht so einfach – und kostspielig. Der Garten muss weit in die Tiefe ausgebaggert werden, allein Teichfolien und Teichfliese werden über 6.000 Euro kosten. Um die Trennung der männlichen Tiere zu gewährleisten, müssen Trennwände eingezogen werden. Es wird spannend 🙂

Im Juni starten unsere Arbeiten, die wir aber nur mit Ihrer Unterstützung auch zeitnah zu Ende bringen können! Wir freuen uns sowohl über Unterstützung unseres Projektes auf Betterplace, als auch über tatkräftige Mithilfe vor Ort. Wenn Sie gerne körperlich arbeiten und Ihnen die stärker werdende Sonne nichts ausmacht, melden Sie sich gerne unter presse@reptilienauffangstation.de bei uns. Danke! 

Alles neu im Exotenhaus

Auch in unserem Exotenhaus in Riem tut sich viel. Zusammen mit vielen engagierten ehrenamtlichen Helfern wurden die Außengehege auf Vordermann gebracht und neue Volieren fertiggestellt und eingerichtet. Wir können es kaum erwarten, unsere Tiere wieder draußen beim Sonnenbaden zu bewundern.

Mitgliederversammlung und Jahresbericht 2020

Auch, wenn die Situation fast täglich besser wird – wir können nach wie vor nicht absehen, wann wir wieder eine Mitgliederversammlung abhalten können. Hier finden Sie zwischenzeitlich den Jahresbericht 2020. Sollten Fragen bestehen oder sich der ein oder andere für ein spezielles Thema interessieren, scheuen Sie nicht uns anzuschreiben. Gerne stellen wir weiterführende Informationen zur Verfügung.

Das Jahr 2020 war auch für uns durch Einbußen der Einnahmen durch nicht stattfindende Kurse, Schulungen und Führungen geprägt. Nachhaltiger Tierschutz kann auch deshalb nur mit der nötigen finanziellen Unterstützung durch Spender und Sponsoren erfolgen. Unser Kassenbericht am Ende des Jahresberichtes verdeutlicht dies durch die mittlerweile sehr hohen Summen sehr deutlich.

Umso mehr erfreut es uns, dass wir im Laufe der Jahre bei den Vermittlungen deutliche Steigerungen der Spendenbereitschaft verzeichnen konnten. In den letzten 5 Jahren ist die Summe, die im Zuge der Vermittlung gespendet wurde von 60€ auf 80€ im Durchschnitt pro Tier gestiegen. Dies summiert sich auf gut 17tsd€ in 2016 bis über 31tsd in 2020.

Wir hoffen, dass dieser Trend weiter anhält und die Übernehmer von Tieren aus dem Tierschutz mit ihrer Spende bei der Vermittlung allen weiteren aufzunehmenden Tieren helfen werden. Danke!

Auffangstation nimmt wilde Savannah-Katze auf

Aktuell sind sie wieder in aller Munde – Savannah Katzen, Bengalkatzen und Co. Die exotisch anmutenden Kreuzungen aus Hauskatzen und verschiedenen Wildkatzenspezies erfreuen sich seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit, der eine oder die andere Prominente, wie Justin Bieber schmücken sich damit und dienen hier als minder gutes Beispiel. Allerdings sind die Problematiken bei Zucht, Haltung und Versorgung dieser Tiere vielfältig und betreffen insbesondere tierschutzrechtliche Aspekte.

Vor einigen Wochen musste die Auffangstation für Reptilien, München e.V. nun eine weitere dieser Hybridkatzen, eine sogenannte Savannah, aufnehmen – eine Kreuzung aus Siamkatze und dem in Afrika wildlebenden Serval. Anhand ihrer körperlichen und charakteristischen Merkmale ist stark davon auszugehen, dass diese Katze entweder direkt aus einer Verpaarung mit einem Serval stammt, oder aus der Generation direkt danach. In Fachkreisen bezeichnet man das als F1 bzw. F2 Generation. Die Haltung von Hybridkatzen dieser Generationen ist in Bayern streng untersagt. Woher dieses Tier stammt oder wem es ursprünglich gehörte, wird wohl niemals geklärt werden können. Die Savannah wurde in Nordbayern über 18 Monate immer wieder beobachtet. Sie riss diverse Tiere wie Hühner und Enten, und war extrem scheu. Tierschützern gelang es nach eineinhalb Jahren, das Tier in einer Lebendfalle einzufangen. Da herkömmliche Tierheime mit der Aufnahme und Haltung einer exotischen Katze meist überfordert sind, kam sie zu uns.

Bisher zeigt sie sich beim Umgang mit unseren erfahrenen Pflegern extrem scheu und – falls konfrontiert – auch durchaus aggressiv. Ein völlig normales Verhalten für eine exotische, noch dazu verwilderte Katze. Aus unserer Sicht ist nicht davon auszugehen, dass man dieses Tier jemals als „Haustier“ halten kann.

Anhand unseres Falls zeigt sich ein weiteres Dilemma der Haltung von Hybridkatzen; so erfolgreich auch die Zucht von manchen Tieren verläuft – es bleiben immer wieder Katzen „übrig“. Diese gehören weder in die freie Wildbahn, noch aufs Sofa. Vielmehr müssen wir nun (wahrscheinlich monatelang) einen geeigneten Platz für das Tier suchen, an dem es den Rest seines Lebens wild aber nicht frei, aber immerhin mit einem großzügigen, wildkatzengerechten Freigehege leben darf. Eine riesige Aufgabe. Und „unsere“ Savannah ist nur eines von vielen Tiere, die ungewollt irgendwo landen. Geeignete Auffangstationen, geschweige denn artgerechte, lebenslange Unterbringungsmöglichkeiten, sind Mangelware.

Pilzbefall bei unseren Kaimanen

Leider haben sich unsere Kaimane in der Station mit einem Hautpilz infiziert, der gerade bei diesen scheuen Tieren schwer zu behandeln ist. Eines der Tiere hatte den Pilz mitgebracht und damit die anderen Tiere infiziert. Unsere Pfleger tun nun ihr Bestes, um die Tiere so gut und stressfrei wie möglich behandeln zu können.

Die Behandlung ist nicht nur schwierig, sondern auch kostspielig. Das Medikament kostet 1.500 Euro pro Monat, die Behandlung muss wahrscheinlich drei Monate lang durchgeführt werden. Deshalb freuen wir uns sehr über Spenden für unsere Kaimane über unsere Website . 

Neuigkeiten zum Neubau!

Neuigkeiten zum Neubau gibt es nun endlich auch zu vermelden. Nachdem der Architektenvertrag mit J2M unterzeichnet wurde, fanden nun bereits 2 Meetings statt. Diese waren sehr konstruktiv und wir hoffen schon bald erste Ergebnisse in den Händen halten zu können. Es geht also nun endlich weiter! Danke an alle Spender, die uns, obwohl es in den letzten Monaten sehr schleppend voranging und kaum Neuigkeiten zu vermelden waren, mit der ein oder anderen „Neubauspende“ unterstützt haben. Hier wird das Fundraising sicherlich in den nächsten Wochen und Monaten dann weiter konkretisiert werden, um den jeweiligen Eigenanteil aufbringen zu können. Danke für jede Hilfe! Auf Betterplace können Sie das Projekt weiterhin unterstützen. 

Herausgabe unserer Broschüre „Schildkröten im Tierschutz“

Schildkröten sind sehr beliebt in der Heimtierhaltung. Viele Tiere jedoch werden von entnervten Besitzern abgegeben oder ausgesetzt und nicht selten kommen diese Tiere als Findelkinder in Tierheime. Der durchschnittliche Tierheimpfleger wird sich nicht leichttun mit der Bestimmung der Art oder der Unterart, es stellt sich ganz oft die Frage, wie alt das betreffende Tier sein mag, ob es sich um ein  Männchen oder ein Weibchen handelt und wie man so ein ungewöhnliches Tier zumindest vorübergehend unterbringt.

All diese Fragen versucht unser Buch „Schildkröten im Tierschutz“ zu beantworten. Darüber hinaus beschäftigt es sich mit den Rahmenbedingungen, die Tierheime und Auffangstationen beherzigen müssen, wenn sie solche Tiere, neben Hund, Katze und Kleintier, aufnehmen wollen oder müssen.

Es werden tierschutzrechtliche, artenschutzrechtliche, fundrechtliche Themen, die Gefahrtier-Regelungen, die Verordnung der EU zu invasiven Arten und rechtliche Aspekte bei der Vermittlung artgeschützter oder verbotener Arten erläutert. Auch Quarantäne, Fütterung, tierärztliche Betreuung, Handling werden besprochen. Darüber hinaus gibt es Hinweise zur Alterseingrenzung, zur Erstellung und zum Lesen von artenschutzrechtlich vorgeschriebenen Fotodokumenten zur Kennzeichnung.

Im Bildanhang werden in Wort und Bild Arterkennungsmerkmale dargestellt für die häufigen Europäischen Landschildkröten, Geschlechterdifferenzierung und individuelle, unveränderliche  Kennzeichen von Individuen zur Fotodokumentation. Auch Altersmerkmale von Schmuckschildkröten werden in Wort und Bild gezeigt und sollen auch hier Hilfestellung geben.

Schlussendlich ergänzt eine kurze Checkliste für die Bewertung von Haltungen bei Kontrollen das Büchlein.

Somit ist das Buch nicht nur für Tierheim-Mitarbeiter*innen und -leitungen, sondern auch für Tierärzte, Amtstierärzte und nicht zuletzt Mitarbeiter*innen Oberer und Unterer Naturschutzbehörden eine sicherlich gute Hilfestellung zum Umgang mit Schildkröten der gängigen Arten.

Erschienen im Eigenverlag der Auffangstation für Reptilien, München e.V., 132 Seiten, Din A 5 mit zahlreichen farbigen Abbildungen. Das Büchlein ist unter presse@reptilienauffangstation.de für 19,80 Euro plus Versand erhältlich.

Unsere Sorgenkinder

Sie können sich vorstellen, ein Tier aufzunehmen oder eine Patenschaft für ein schwer zu vermittelndes Tier zu übernehmen? Unser Bestand wächst stetig, und unsere Sorgenkinder freuen sich besonders über Unterstützung! Hier finden Sie alle Informationen zu unseren Sorgenkindern.

Bengalkatzen

Wie Sie wissen, nehmen wir schon seit Jahren nicht nur Reptilien, sondern auch exotische Säuger bei uns auf. Ein Beispiel dafür sind unsere drei wunderschönen Bengalkatzen, die jetzt ein neues Zuhause suchen! Die drei exotischen Samtpfoten kamen vor einigen Monaten aus sehr schlechter Haltung zu uns. Sie wurden über lange Zeit in einem Dachboden-Verschlag ohne Möglichkeit auf Auslauf gehalten. Die Tiere sind fit und zahm, auch wenn sie im Vergleich zu „normalen“ Hauskatzen schon recht wild und impulsiv sein können und deswegen unbedingt ein Freigehege brauchen. Alle drei Tiere sind inzwischen kastriert. Eine Vermittlung aller drei Katzen zusammen wäre uns und natürlich den Tieren am liebsten!

Kornnattern 

Auch diese hübschen Tierchen suchen ein neues Zuhause!

Die beiden Kornnattern Oli und Karli sind inzwischen Dauergäste in der Station und wünschen sich ein neues Zuhause! Beide kommen aus Haltungen mit anderen Schlangen, die positiv auf „Schlangenviren“ wie das Nidovirus oder IBD getestet wurden. Sie sind selbst fit und gesund, sollten aber trotzdem zur Sicherheit nicht mit anderen Schlangen zusammengehalten werden. Die Viren sind allerdings für andere Haustiere oder den Menschen völlig harmlos! Auch über eine Patenschaft würden sich die Beiden natürlich sehr freuen!

Teppichpython

Diese wunderschöne weibliche Teppichpython sucht aktuell ein neues Zuhause. Ihre Geschichte ist leider typisch für so viele Ihrer „Zunft“ – sie kommt aus sehr schlechter Haltung und wurde deswegen vor knapp 9 Monaten von den Behörden beschlagnahmt. Bei ihrer Ankunft in ihrem damaligen Behältnis sahen wir – die Schlange. Sonst nichts, denn sie hatte weder Wetbox, noch Wasserschale oder Unterschlupf- oder Klettermöglichkeiten. Hier hat sie es natürlich viel besser – aber auch wir sind nur eine (gute) Übergangslösung. Deswegen freuen wir uns über Interessenten für diese eindrucksvolle Schlange, die sich wirklich mit ihr und ihren Bedürfnissen auseinandersetzen und sie artgerecht halten wollen.

Wenn Sie sich vorstellen können, eines unserer Sorgenkinder aufzunehmen oder mit einer Patenschaft zu unterstützen, melden Sie sich einfach unter info@reptilienauffangstation.de bzw. patenschaften@reptilienauffangstation.de bei uns!

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