Reptilienauffangstation bezieht Katzenhaus im Münchner Tierheim

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Von links nach rechts: Der Vorsitzende des Tierschutzverein München Kurt Perlinger, Tierheimleiterin Sandra Giltner, der Vorsitzende der Reptilienauffangstation Rudolf Hoffmann und Stationsleiter Markus Baur freuen sich auf die künftige Zusammenarbeit.

Bereits seit Jahren sucht die Auffangstation für Reptilien, München e.V. nach neuen Räumlichkeiten, um ihre zahlreichen Exoten artgemäß unterbringen zu können. Eine Lösung für dieses Problem ist auch weiterhin nicht in Sicht. Mittelfristig soll deshalb der Bezug des ehemaligen Katzenhauses im Tierheim München-Riem für Entspannung sorgen – ein entsprechender Vertrag zwischen den beiden Vereinen wurde nun unterzeichnet.

„Die Raumsituation in der Kaulbachstraße wird für uns von Jahr zu Jahr schwieriger“, erläutert Dr. Markus Baur, Leiter der Auffangstation. „Einerseits werden wir mit steigenden Zahlen abgegebener, ausgesetzter oder behördlich beschlagnahmter Tiere konfrontiert. Andererseits wird von Seiten der Universität München der Druck auf uns erhöht, die zur Verfügung gestellten Räume freizugeben. Unter solch angespannten Bedingungen können wir weder moderne Tierhaltungsstandards, noch die Arbeitssicherheit unserer Mitarbeiter hinreichend gewährleisten.“
Nicht erst seit gestern sind wir deshalb im Dialog mit dem Freistaat Bayern sowie der Stadt München, um gemeinsam ein geeignetes Baugrundstück oder einen sanierungsfähigen Altbau zu finden – bisher ohne Erfolg.

Der neue Pachtvertrag mit dem Tierschutzverein München e.V. trägt nun dazu bei, die Raumnot der Station ein wenig zu lindern und vor allem die Arbeitssicherheit für die Tierpfleger, insbesondere im Umgang mit Gefahrtieren, sowie die Haltungssituation für die zahlreichen Riesenschlangen deutlich zu verbessern. Künftig werden in den ehemaligen Katzenzimmern bis zu sechs Meter lange Pythons, Anacondas und Boas, aber auch Leguane und Warane gehalten werden.
Auch Kurt Perlinger, Vorstandsvorsitzender des Tierschutzverein München e.V., begrüßt die Zusammenarbeit der beiden Vereine: „Dank unseres neuen Katzendorfes sind wir in der Lage, unser ehemaliges Katzenhaus für die Unterbringung von Exoten zu verpachten, und stellen dies nun gerne der Reptilienauffangstation dafür zur Verfügung. Wir sind froh, dass wir damit einen kompetenten Partner gewinnen konnten, der den fachlichen Umgang mit Exoten beherrscht und ab Juni 2015 auch auf unserem Grund fortführen wird. Denn auch uns liegt es am Herzen, dass allen Tieren ein gleichwertiger Tierschutz zugutekommt.“

Bis es jedoch soweit ist, muss die Auffangstation noch viel Geld investieren, um die Räume reptiliengerecht auszustatten. Die Kosten für den Umbau werden vom Land Baden-Württemberg mit 100.000 Euro bezuschusst. „Im Gegenzug werden wir in Zukunft verstärkt auch Tiere aus Baden-Württemberg übernehmen und weitervermitteln.“, so Markus Baur, „Der Zuschuss deckt jedoch nur einen Teil der Kosten, so dass wir die restliche Summe durch Spenden finanzieren müssen.“ Baur betont außerdem: „Unser grundsätzliches Problem, dass wir langfristig unsere Räumlichkeiten in der Kaulbachstraße abgeben müssen, bleibt weiterhin bestehen. Derzeit sieht es so aus, dass das Jahr 2015 für unseren Verein zum Schicksalsjahr werden könnte. Wie es dann mit den Hunderten von Bartagamen, Kornnattern, Geckos und anderen Exoten weitergehen soll, können wir bisher noch nicht absehen. Zumindest können wir die für einen Neubau notwendigen rund 6 Millionen Euro nicht aus eigener Kraft aufbringen.“

 

 

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