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Was wir machen – Leitlinie

reptilienauffangstationDie Auffangstation für Reptilien, München e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der 2001 gegründet wurde. Mit jährlich über 1.200 geretteten und weitervermittelten Tieren sind wir Deutschlands größte Auffangstation für exotische Haustiere. Die Aufklärung der Bevölkerung über die hohen Ansprüche vieler Arten ist dabei ebenso wichtig wie die Zusammenarbeit mit den Behörden, anderen Tierhalteeinrichtungen und der Politik. Unsere speziell geschulten Tierpfleger, Tierärzte und Biologen sorgen mit ihrer wissenschaftlich fundierten Arbeitsweise für eine nachhaltige Verbesserung der Haltungsbedingungen von Reptilien und anderen Exoten in ganz Deutschland.

Leitlinie der Auffangstation für Reptilien, München e. V.

• Die Reptilienauffangstation bietet satzungsgemäß hilfebedürftigen exotischen Tieren nach aktuellem Wissensstand die bestmögliche Unterbringung und Versorgung. Sie soll jedoch nicht primär und ausschließlich den Zweck verfolgen, Tiere unterzubringen und ggf. zu vermitteln, sondern helfen, ethische Grundüberzeugungen und Wissen zu vermitteln und verfügbar zu machen. Die Auffangstation engagiert sich neben dem Tierschutz auch in Bereichen des Artenschutzes, des Vollzuges von Tier- und Artenschutzrecht und der Ökologie. Sie will Biodiversität fördern und Menschen das Verständnis für die Tiere und die biologischen Zusammenhänge vermitteln.

• Die Auffangstation, nebst ihres Trägervereines und ihrer Außenstellen ist eine Institution, die unter wissenschaftlich-tiermedizinischer Führung verschiedenste, teils hoheitliche Aufgaben wahrnimmt:

1. Unterbringung und Verwahrung sowie tägliche und medizinische Versorgung behördlich eingestellter Tiere, auch von Fundtieren.
2. Annahme und Versorgung von Tieren aus privaten Abgaben und aus Einrichtungen des Tier- und Artenschutzes.
3. Sicherung, Bestimmung und Verwahrung von Gefahrtieren i. S. des Art. 37 Landesstraf- und Verordnungsgesetz (Bayern).
4. Quarantäne und Untersuchung sowie tierärztliche Betreuung der Tiere in ihrer Obhut.
5. Erstellung fachtierärztlicher Gutachten zu Tier- und Artenschutz und Tierhaltung sowie Gerichtsgutachten im Auftrag.
6. Aus-, Fort- und Weiterbildung von Zootierpflegern und Medizinischen Fachangestellten.
7. Betreuung und Ermöglichung nicht invasiver Dissertationsvorhaben in Tiermedizin und Biologie.
8. Weiterbildung zum Fachtierarzt/zur Fachtierärztin für Reptilien.
9. Dienstleistungen für Veterinär-, Artenschutz-, Polizei- und Zollbehörden, Erstellung von Sachverständigengutachten, Teilnahme an Begehungen von Tierhaltungen durch Behörden.
10. Enge Kooperation und Hilfestellung von und mit Verwaltung und Berufs-, freiwilligen Feuerwehren und Tierhalterverbänden sowie Tierschutzorganisationen.
11. Schulungen und Trainings zum Umgang mit Gefahrtieren und Exoten für diverse Interessengruppen.
12. Vermittlung von Tierhaltersachkunde nebst Sachkundeprüfungen i. A. von Behörden.
Schulungen für Behördenvertreter u. v. m.
13. Beratung von Behörden und Politik, Verwaltung, Ministerien bzw. Regierung
14. Beratung von Tierhaltern, Wissensvermittlung über Tierhaltung, Verhaltenskunde und Tierschutz, Organisation und Durchführung von Informationsveranstaltungen, Publikation von Büchern, Fachartikeln und Aufsätzen, sowie von Positionspapieren zu relevanten Themen.
15. Aktive Teilnahme und Mitarbeit in Verbänden (Tiermedizin, Tierhalter, Tierschutz, Zoo, Naturschutz und Artenschutz).
16. Kooperation mit Universitäten und weiteren Einrichtungen wie Auffangstationen, Tierheimen.
17. Umwelt- und Volksbildung.

-Wissen schützt Tiere – nicht Emotionalität oder Ideologie.

-Tierschutz kann nie ohne Humanität und Menschenfreundlichkeit erfolgreich umgesetzt werden. Diesem Grundsatz folgt die Station vollumfänglich.

-Aufklärung und eine hilfreich gereichte Hand sollen zur Verbesserung der Tierhaltung dienen.

-Wir sind nicht gegen die fachlich korrekte und verantwortungsvolle Haltung von Tieren, auch nicht von Tieren wild lebender Arten in Privathand, sondern sehen in dieser, neben der Haltung in wissenschaftlich geführten Einrichtungen ein hohes und wertvolles Potential für den Artenschutz und die Biodiversität durch sinnvolle Erhaltungszucht.

-Verbote oder Positivlisten lehnen wir grundsätzlich ab und stehen ihnen kritisch gegenüber, sehen jedoch die Haltung einiger Arten, z. B. vieler Affen, in Privathand durchaus skeptisch.

-Die in § 2 Tierschutzgesetz geforderte Sach- bzw. Fachkunde des Tierhalters steht für uns an erster Stelle und wir fordern Fachkunde für jedwede Tierhaltung.

-Hinsichtlich ihrer physischen und psychischen Bedürfnissen kann es keinen Unterschied oder keine unterschiedliche Bewertung geben zwischen domestizierten und wild lebenden Tieren: Sie müssen immer im Vordergrund stehen. Auch Sympathie kann hier kein Kriterium sein: Ein Tier ist ein Tier, ohne Ansehen seiner Eigenschaften oder seiner potentiellen Gefährlichkeit.

-Neben der Biologie, Ökologie, Verhaltenskunde, Tiermedizin und Tiergartenbiologie, sowie den geltenden Rechtsvorschriften erkennt die Auffangstation ausdrücklich die Fähigkeit der Tiere an, Empfindungen zu haben und teils zu sehr hohen sozialen und kognitiven Leistungen befähigt zu sein.

-Im Kontext des Tierschutzes sieht sich die Auffangstation als Förderin des Wissens und der Wissensvermittlung um die Tiere, ihr Verhalten und ihre biologischen Bedürfnisse
und kooperiert interessen- und verbandsunabhängig und ausschließlich im Sinne der Tiere sowohl mit Tier-, Natur- und Artenschutzverbänden, sowie Personen und Vereinigungen, ebenso wie mit Zoos.

-Die Auffangstation beteiligt sich an einer kontinuierlichen Verbesserung der Lebensbedingungen für in menschlicher Obhut gehaltene exotische Tiere durch Publikationen, Dissertationen, die Mitarbeit in Arbeitsgruppen und Verbänden, sowie durch Medienpräsenz und politisches Engagement und Expertisen und Gutachten.

-Für die Unterbringung und Haltung der Tiere in der Obhut der Station wird eine best practice unter Inklusion aktueller Erkenntnisse aus Biologie, Verhaltenskunde, Tiergartenbiologie und Verhaltensanreicherung (Enrichment) angestrebt und umgesetzt, die Tiere sollen so naturnah, wie möglich gehalten werden. Hier ist eine permanente behördliche Überwachung und Kooperation mit Behörden und Ministerien, sowie Tierschutzorganisationen vorhanden und dezidiert erwünscht.

-Die Auffangstation fordert fachkundige Spezialisierungen in Einrichtungen des Tierschutzes und will mit ihrem Engagement und in Kooperation mit diesen dafür mit Sorge tragen, dass spezialisierte Einrichtungen flächendeckend für die Schaffung geeigneter, tierschutzkonformer Unterbringungsmöglichkeiten auch für schwierig zu haltende Tiergruppen entstehen können.