Unbekannter setzt Hakennasennatter bei Altglascontainern in Moosach aus

Ein Unbekannter hat am heutigen Vormittag sein Terrarium mitsamt Einrichtung und Tier an einer Altglas-Sammelstelle in München-Moosach abgestellt. In dem Terrarium befand sich eine Hakennasennatter, die zwar zu den mindergiftigen Schlangenarten zählt, für den Menschen jedoch vollkommen harmlos ist. Vermutlich nur kurze Zeit später entdeckte ein Anwohner die ausgesetzte Schlange und brachte sie sofort in die Auffangstation für Reptilien, München e.V..

„Bei dem Täter muss es sich um einen äußerst verantwortungslosen Menschen handeln“, ärgert sich Dr. Markus Baur, der Leiter der Reptilienauffangstation. „Den Münchner Reptilienhaltern sollte inzwischen hinreichend bekannt sein, dass man sein Tier im Fall der Fälle gerne auch bei uns abgeben kann. Mit seinem Verhalten verstößt der Täter nicht nur gegen das Deutsche Tierschutzgesetz, sondern bringt damit auch das Hobby der Reptilienhaltung als Ganzes und damit letztlich auch all jene Halter in Verruf, die ihre Tiere durchaus sehr verantwortungsbewusst und sachkundig halten. Hinter diesen stehen wir inhaltlich voll und ganz.“ Wie in solchen Fällen üblich, hat die Auffangstation für Reptilien, München e.V. bei der Veterinärbehörde sowie der zuständigen Polizeidienststelle inzwischen Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Da es insbesondere Vorfälle wie dieser sind, die die Rufe nach einem generellen Exotenhalteverbot regelmäßig lauter werden lassen, verweisen Baur und seine Kollegen erneut auf ihre Forderung nach einem verpflichtenden und inhaltlich vom Gesetzgeber festzulegenden Sachkundenachweis für Tierhalter. „Es kann nicht sein, dass sich jeder sogenannte Tierfreund nach Lust und Laune Tiere zulegen kann, von denen er womöglich gar keine Ahnung hat und sie im schlimmsten Fall sogar zu Tode pflegt“, bekräftigt Baur seine Forderung, „Ein verpflichtender Sachkundenachweis würde nicht nur die Anzahl der spontanen Tieranschaffungen, sondern damit einhergehend auch die Zahl der ausgesetzten und bei uns abgegebenen Tiere deutlich reduzieren.“