Juni 2022

Pele ist umgezogen

Puma Pele ist seit heute in seinem neuen Zuhause in der Steiermark!

Der zweite Anlauf hat funktioniert: In den frühen Morgenstunden des 9.6.2022 ist der bei einer Polizeikontrolle aufgegriffene Puma in der Tierwelt Herberstein in Stubenberg am See angekommen.

Am 16. März wurde das Tier in einer Polizeikontrolle entdeckt. Es stammte, wie inzwischen  bekannt ist, aus dem illegalen Handel mit exotischen Tieren und wurde über dubiose Kanäle an eine Privatperson verkauft. In der absolut irrigen Annahme, dass der Puma ein handzahmes Kätzchen für das eigene Wohnzimmer sei, transportierte der Käufer ihn hunderte Kilometer weit in einem Kleinstwagen, bevor er gestoppt wurde. Da es europaweit kaum Anlaufstellen für beschlagnahmte exotische Tiere gibt, erging ein Hilferuf an die Auffangstation für Reptilien, München e.V. Dieser gemeinnützige Tierschutzverein nimmt seit einigen Jahren notgedrungen auch exotische Säugetiere auf – ein Puma war jedoch Neuland, selbst für  die Profis der Auffangstation. Nach einigem juristischem Tauziehen und der bangen Frage ob „Pele“ (wie ihn die Zootierpfleger der Station nannten) gesund sei, konnte nach einigen Wochen die wunderbare Nachricht überbracht werden: „Pele“ wird in Zukunft in einem artgerechten und naturnahen Gehege in der Tierwelt Herberstein leben. Dass er zusätzlich noch eine Artgenossin bekommt, gab der eigentlich hoch tragischen Geschichte am Ende dann für alle Beteiligten ein Happy End.

Nach einem planmäßig verlaufenen Transport hat Puma Pele seine neue Heimat in Herberstein bezogen und sich am Vormittag im Haus akklimatisiert. „Das Verhalten des Neuzugangs ist äußerst positiv zu bewerten. Das Tier zeigt Interesse an der neuen Umgebung, ist neugierig und seine ruhige Atmung deutet darauf hin, dass sich seine Aufregung in Grenzen hält,“ erklärt der Zoologische Leiter, Fachtierarzt Dr. Reinhard Pichler. Drei Stunden nach seiner Ankunft hat er seine erste Mahlzeit, ein Rindersteak, verzehrt.

Das 3.500 qm große naturbelassene Gehege bietet verschiedene Strukturen: Bäume, Büsche, Felsen aber auch Schatten- und Sonnenplätze sowie Liege- und Aussichtsplattformen zeichnen die Unterkunft aus. Neben der artgerechten Gehege-Einrichtung erwartet ihn auch seine neue Gefährtin, die 10-jährige Missoula. Die beiden Raubkatzen können sich schon sehen, sind aber noch durch einen Zaun voneinander getrennt. „Wann die Zusammenführung stattfindet, hängt von der Entwicklung der nächsten Tage ab. Ebenso offen ist, ab wann Pelé für die Tierpark Besucher*innen zu sehen ist“, informiert Tierwelt Chefin Doris Wolkner-Steinberger.

Die Pumahaltung hat eine langjährige Tradition in Herberstein. Der Zoo ist für seine kommentierten Puma Fütterungen bekannt, wo die Raubkatzen mit atemberaubenden Sprüngen die Besucher*innen begeistern. Langfristig sollte Pelé auch dort zum Einsatz kommen.

 

Die Auffangstation für Reptilien, München e. V. ist ein gemeinnütziger Verein, der 2001 gegründet wurde. Mit jährlich über 1.500 geretteten und weitervermittelten Tieren sind wir Deutschlands größte Auffangstation für exotische Haustiere. Die Aufklärung der Bevölkerung über die hohen Ansprüche vieler Arten ist dabei ebenso wichtig, wie die Zusammenarbeit mit den Behörden, anderen Tierhalteeinrichtungen und der Politik. Unsere speziell geschulten Tierpfleger, Tierärzte und Biologen sorgen mit ihrer wissenschaftlich fundierten Arbeitsweise für eine nachhaltige Verbesserung der Haltungsbedingungen von Reptilien und anderen Exoten in ganz Deutschland.

 

Wir sind dauerhaft auf Spenden angewiesen und freuen uns sehr über Unterstützung.

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