April 2022

Update zu Puma "Pele"

Illegal transportiertes Tier erholt sich gut, findet neues Zuhause

Das Team der Auffangstation für Reptilien, München e.V., hat seit dem 16.03.2022 einen männlichen Puma in seiner Obhut. Das Tier wurde durch die Polizei Regensburg am Vormittag des genannten Tages in die Station gebracht.

Hintergrund: in den Abendstunden des 15.3.2022 wurde bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle ein Puma in einem Kleinwagen entdeckt. Eingepfercht in eine Holzkiste, wurde das Tier über mehrere hundert Kilometer von Tschechien aus nach Deutschland transportiert. Der Kater war für eine private Haltung in Baden-Württemberg bestimmt.

Es wurde daraufhin umgehend der Deutsche Tierschutzbund informiert, welcher wiederum uns als Kooperationspartner um schnelle Hilfe bat. Bei seiner Ankunft zeigte der Puma, der inzwischen auf den Namen „Pele“ getauft wurde, Anzeichen höchsten Stresses: schnelle, flache Atmung, stereotypes Verhalten wie Dranglaufen, hecheln und speicheln.  Dazu kommt, dass das Tier sehr mager war.

Inzwischen ist „Pele“ deutlich auf dem Wege der Besserung. Eine am 25.3.22 in Narkose durchgeführte, ausführliche Untersuchung durch Fachtierärzte ergab mehrere Befunde. So wurden unter anderem eine leichte Anämie, auffällige Lungen sowie ein erheblicher Vitaminmangel festgestellt. Eine weitere Untersuchung inklusive eines Ultraschalls steht noch aus, ist jedoch für die nahe Zukunft geplant.

Für uns als Tierschutzorganisation war jedoch die Frage der dauerhaften Unterbringung fast noch drängender als die gesundheitliche Abklärung.

Wir freuen uns sehr, dazu heute gute Nachrichten verkünden zu können:

Der Tierpark Herberstein in der Steiermark (A) wird den Kater aufnehmen können. Der Zoo hält bereits seit Jahren Pumas und hatte ein Pärchen in einer großen Anlage. Vor einigen Wochen verstarb das Männchen aus Altersgründen, und die Pumadame blieb alleine zurück. Zu dieser wird Pele in den kommenden Wochen umziehen können.  Wir hoffen, dass er nach einer gewissen Eingewöhnungsphase mit ihr vergesellschaftet werden kann und die beiden Tiere gemeinsam ihr großes Habitat bewohnen können.

Lediglich die finale Freigabe der Behörden steht noch aus. Sobald diese erfolgt ist, und wir die tiermedizinischen Untersuchungen abschließen konnten, steht einer Reise „Peles“ nach Österreich hoffentlich nichts mehr im Wege.

An dieser Stelle möchte sich das Team der Auffangstation ganz offiziell und besonders herzlich für all die Unterstützung und die hohe Spendenbereitschaft bedanken.

Ohne die Hilfe unserer Unterstützer und Mitglieder wäre die Unterbringung des Pumas nicht möglich gewesen.

Leider ist die Reptileinauffangstation eine der ganz wenigen Stellen in Europa, die solche Tiere aufnehmen kann. Politisch bedarf es dringend einer Initiative, für solche Unterbringungsmöglichkeiten Sorge zu tragen und EU-weit den illegalen Handel, sei es mit Welpen oder Exoten, massiv einzudämmen.

Für uns als Tierschutzverein gilt: wir sind einerseits erleichtert, dass diese Geschichte einen guten Ausgang finden wird – und sind gleichzeitig zutiefst besorgt über die Tatsache, dass „Pele“ nur die Spitze des Eisbergs darstellt.

Die Auffangstation für Reptilien, München e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der 2001 gegründet wurde. Mit jährlich über 1.500 geretteten und weitervermittelten Tieren sind wir Deutschlands größte Auffangstation für exotische Haustiere. Die Aufklärung der Bevölkerung über die hohen Ansprüche vieler Arten ist dabei ebenso wichtig, wie die Zusammenarbeit mit den Behörden, anderen Tierhalteeinrichtungen und der Politik. Unsere speziell geschulten Tierpfleger, Tierärzte und Biologen sorgen mit ihrer wissenschaftlich fundierten Arbeitsweise für eine nachhaltige Verbesserung der Haltungsbedingungen von Reptilien und anderen Exoten in ganz Deutschland.

Wir sind dauerhaft auf Spenden angewiesen und freuen uns sehr über Unterstützung.

Bei Rückfragen, für O-Töne oder Foto- und Filmaufnahmen melden Sie sich bitte gerne bei  presse@reptilienauffangstation.de, unter  +49 1578 336 7007 oder +49 177 632 6032.